Nach drei Verhandlungstagen hat das Landgericht Würzburg am Mittwoch drei Männer wegen bandenmäßigen Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge sowie Beihilfe dazu verurteilt. Der 49-jährige Hauptangeklagte aus der Schweiz erhielt zehn Jahre Haft. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass er als eine Art Aufseher für die Verteilung der Drogen zuständig war.
Ein Franzose, der Fahrdienste übernommen haben soll, wurde zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt. Ein weiterer, 20 Jahre alter Franzose, der Schmiere gestanden haben soll, erhielt nach Jugendstrafrecht vier Jahre Haft. Die Angeklagten hatten die ihnen vorgeworfenen Taten im Wesentlichen eingeräumt. Die Jugendkammer hatte zuvor bei umfassenden und glaubwürdigen Geständnissen einen Strafrahmen zwischen vier und elf Jahren in Aussicht gestellt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Drahtzieher saßen nicht auf der Anklagebank
Das Gericht stufte alle drei Verurteilten als Handlanger der internationalen Drogenmafia ein. Direkte Kontakte zu den Hintermännern der organisiert agierenden Drogenkriminalität hätten sie nicht gehabt. Die eigentlichen Organisatoren des Großdeals saßen nach Einschätzung der Kammer nicht in Würzburg vor Gericht.
Nach den Feststellungen gelangte das reine Kokain versteckt in Brückenbauteilen per Luftfracht aus Mexiko zum Frankfurter Flughafen. Die Lieferungen sollen auf Scheinfirmen in Österreich gelaufen sein. Strohmänner sollen die Container abgeholt und in Lagerhallen gebracht haben, unter anderem in Abtswind in Unterfranken. Dort wurden die Bauteile demnach geöffnet, das Kokain in 50-Kilo-Paketen entnommen, in kleinere Mengen umgepackt und in präparierten Kleintransportern vor allem nach Belgien und Frankreich weitertransportiert.
Hinweis eines Landwirts führte zur Festnahme
Aufgeflogen war der Schmuggel im vergangenen Juli, nachdem einem Landwirt Fahrzeuge mit französischen Kennzeichen und vermummte Männer aufgefallen waren. Die Polizei stellte daraufhin 300 Kilogramm Kokain sicher und nahm die drei Männer fest. Insgesamt sollen in der Halle in Unterfranken sowie in einer weiteren in Nördlingen im Landkreis Donau-Ries zwischenzeitlich rund 1,4 Tonnen Kokain gelagert gewesen sein.
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