Gerichtsprozess

Kokain-Lieferservice: Drei Berliner gestehen Drogenhandel

Einer der Angeklagten habe mehr als 1,2 Kilogramm Kokain angekauft. Über 100 Kunden seien mit Kokstaxis in Berlin versorgt worden.

Team News Alexander Schmalz dpa/lex
2 Min
Ein Ermittler zerkleinert nach einem Drogenfund Kokain mit einem Messer (Symbolbild). 

Ein Ermittler zerkleinert nach einem Drogenfund Kokain mit einem Messer (Symbolbild). 

© dpa/Christian Charisius

Sein mitangeklagter 24-jähriger Bruder gab zu, er habe von den illegalen Geschäften gelebt. Der dritte Angeklagte gestand, in einigen Fällen Drogen ausgeliefert zu haben. Dem 36-Jährigen wird Beihilfe zum bandenmäßigen Handel mit Betäubungsmitteln zur Last gelegt.

Laut Ermittlungen sollen die beiden Brüder von Februar 2019 bis zum 23. September 2020 unter mindestens zwei sogenannten Bestellnummern einen schwunghaften „Kokain-Lieferservice“ betrieben haben. Daneben hätten sie selbst oder mittels ihrer Kuriere diverse Abnehmer mit kleineren und größeren Kokainmengen beliefert, so die Anklage.

Kokstaxi in Berlin: Mehr als 100 Stammkunden  

Von einem Kundenstamm von vermutlich über 100 Personen sei auszugehen. „Das Bestelltelefon wurde im Schichtwechsel und in festen Servicezeiten bedient“, hieß es. Mehr als 15 sogenannte Auslieferer seien im Tatzeitraum eingebunden gewesen.

Eine Kokaineinheit mit etwa 0,5 Gramm sei laut Ermittlungen in der Regel für 50 Euro verkauft worden. „Die illegal erwirtschafteten Erlöse wurden unter anderem in hochwertige Uhren und Schmuck sowie in den Kfz-Handel in Berlin investiert, ein großer Teil der Erlöse floss ins Ausland, insbesondere in den Libanon“, so die Anklage.

Im Tatzeitraum hätten die beiden Brüder mindestens 101.000 Euro aus Drogengeschäften erlangt. Der Prozess wird am 7. Juli fortgesetzt.

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