Kommentar

Verkehr: Anderes ist wichtiger als eine City-Maut

Ob eine City-Maut den gewünschten Effekt erzielen würde, ist unklar. Es wäre deshalb sinnvoll, sich erst mal der täglichen Kleinarbeit zu widmen.

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Ein Berliner Forscher hat einen Maut-Test vorgeschlagen.

Ein Berliner Forscher hat einen Maut-Test vorgeschlagen.

© imago images/snapshot

Nun wurde eine alte Idee wieder aus der Schublade gezogen und modernisiert. Wer mit einem privaten Verbrenner-Pkw ins Zentrum will, soll für jeden Kilometer zahlen, und Parken soll deutlich teurer werden. Monatlich sollten sich die Kosten auf den Preis einer Monatskarte für Bus und Bahn summieren, auf rund 80 Euro.

Geldmangel ist kein Problem für Autofahrer

Gut möglich, dass der Autoverkehr in Berlin etwas zurückgehen würde. Doch es ist keineswegs sicher, ob dieser Effekt im Verhältnis zu den Kosten stünde – wobei es nicht nur um die finanziellen und organisatorischen Aufwendungen ginge, auch um die politischen Kosten. Ein derart direkter Angriff auf die Autofahrer würde bei der nächsten Wahl Folgen haben.

Der Effekt könnte sich auch deshalb in Grenzen halten, weil nicht wenige Autobesitzer schon heute unter Beweis stellen, dass Geldmangel kein Problem für sie ist. Benzin wird immer teurer – in der Stadt mit dem besten Nahverkehr Deutschlands wird trotzdem Auto gefahren! Einen Benzin schluckenden Geländewagen steuern? Macht doch Spaß! Literweise Treibstoff beim Parksuchverkehr verpulvern? Immer noch besser als die BVG!

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Anstatt sich an ein Großprojekt wie die City-Maut zu wagen, sollte Berlin lieber die Kleinarbeit intensivieren. Parkzonen einrichten, Busspuren markieren, Nahverkehr ausbauen – das würde schon helfen, Berlin lebenswerter zu machen.

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