Bundesliga

Kommentar zum Union-Spektakel: Mauro Lustrinelli hält, was er verspricht

Mit Mauro Lustrinelli kehrt das Spektakel zurück ins Stadion An der Alten Försterei. Genau das hatte der neue Trainer des 1. FC Union auch angekündigt.

3 Min
Cheftrainer Mauro Lustrinelli bringt den Spaß zurück zum 1. FC Union Berlin.

Cheftrainer Mauro Lustrinelli bringt den Spaß zurück zum 1. FC Union Berlin.

© Engler/Nordphoto/IMAGO

Mauro Lustrinelli sollte recht behalten. Der neue Trainer des 1. FC Union Berlin hatte vor seinem ersten Bundesligaspiel eine wilde Partie angekündigt, bei der Torchancen keine Seltenheit sein sollten. „Das wird für die Zuschauer sehr lustig“, hatte er auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gesagt. Und er hielt Wort.

Mit dem 3:3 (1:2) im Auftaktspiel der Unioner gegen Eintracht Frankfurt ist das Spektakel ins Stadion An der Alten Försterei zurückgekehrt. Und der Trainer trägt dafür die Verantwortung.

Tore statt Beton

Lustrinelli ist das genaue Gegenteil von vielen seiner Vorgänger. Auch sie waren oft mit Ideen gestartet, die Taktik, die Spielweise der Köpenicker umzustellen. Doch am Ende war es doch meist die Kombination aus einer Fünferkette mit zwei Sechsern davor, die alles daransetzte, möglichst kein Gegentor zu bekommen. Nach vorne rutschte höchstens mal ein langer Ball durch, der den Eisernen ein Törchen erlaubte.

Und sicher, auch daran kann man Freude haben. Es ist auch als Fan kein gutes Gefühl, ein Gegentor zu bekommen. Trotzdem hätte sich am Sonnabend wohl kaum jemand gefunden, der lieber 0:0 gespielt hätte als 3:3.

Tim Skarke bejubelt den Ausgleich für den 1. FC Union Berlin.

Tim Skarke bejubelt den Ausgleich für den 1. FC Union Berlin.

© Matthias Koch/IMAGO

Die Energie des Trainers wirkt

Dass es überhaupt zu diesem Ergebnis kam, obwohl Frankfurt bis zur 79. Minute noch 3:1 führte, scheint zwei Gründe zu haben. Der eine, so berichtete es Zeno Van Den Bosch nach dem Spiel, sei die Energie gewesen, die Lustrinelli seinen Spielern in der Kabine gegeben habe. Er habe ihnen den Glauben vermittelt, den Rückstand noch aufzuholen.

Der andere Grund? Lustrinelli hat eine Mannschaft geschaffen, die trotz Gegentoren, denen allesamt individuelle Fehler vorausgingen, zusammenhielt und gemeinsam den Ausgleich erzwungen hat. „Das habe ich geliebt“, sagte der Trainer nach dem Spiel, und genauso wird es auch den Fans gegangen sein.

Die Spieler des  1. FC Union Berlin jubeln gegen Eintracht Frankfurt.

Die Spieler des  1. FC Union Berlin jubeln gegen Eintracht Frankfurt.

© Andreas Gora/IMAGO

Open Source

Open Source

Sie haben etwas zu sagen? Senden Sie uns Ihren Text! 

Einreichen
Open Door

Open Door

Sie möchten ein Thema vorschlagen? Senden Sie uns Ihren Vorschlag!

Vorschlagen

Lustrinelli baut sein Union-Haus

Dass taktisch und in der Spielweise noch mehr möglich ist, erkannte Lustrinelli an: „Ich sage mal, es gibt noch Potenzial.“ Viel wichtiger aber sei ihm gewesen, in der Vorbereitung ein Team geformt zu haben.

Der Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft sei das Fundament für sein Spiel, erklärte der Trainer. Alles andere, „die Mauern, das Dach“, was in seiner Metapher für das Haus fehlte, das für seine Spielidee stehe, könne jetzt noch kommen.

Die Fans dürfen sich darauf freuen, wenn mehr von Lustrinellis Ideen auf dem Feld sichtbar werden. Denn dass die Eisernen auch so schon in der Lage waren, die individuell sicher besser besetzten Frankfurter dermaßen unter Druck zu setzen, dass Eintracht-Trainer Addi Hütter nach dem Spiel froh war, noch einen Punkt mitzunehmen, macht definitiv Lust auf mehr.

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]

Lesen Sie mehr zum Thema
weltbune Banner