Südkorea

Kommunalwahl in Südkorea: Regierungspartei gewinnt klar, Opposition hält Seoul

Die Wahlbeteiligung erreicht den höchsten Wert seit 1995. Für Präsident Lee ist das Votum der erste große Stimmungstest seit Amtsantritt.

Peter Steiniger
Peter Steiniger
2 Min
Beamte der Wahlkommission bereiten in einer Sporthalle die Auszählung der Stimmzettel für die Kommunalwahlen vor.

Beamte der Wahlkommission bereiten in einer Sporthalle die Auszählung der Stimmzettel für die Kommunalwahlen vor.

© Ahn Young-joon/AP

Die regierende Demokratische Partei (DPK) von Präsident Lee Jae-myung hat die Kommunalwahlen in Südkorea klar gewonnen. Nach dem Endergebnis der Nationalen Wahlkommission vom Donnerstag holte die DPK zwölf der 16 Bürgermeister- und Gouverneursposten. Die oppositionelle People Power Party (PPP) kam auf vier Sitze, darunter die Hauptstadt Seoul sowie ihre traditionellen Hochburgen Daegu, Nord-Gyeongsang und Süd-Gyeongsang, wie die Nachrichtenagentur Yonhap berichtete.

Südkoreas Parteiensystem besteht im Kern aus zwei großen Lagern: Die DPK von Präsident Lee Jae-myung gehört zum liberalen bis Mitte-links-Lager, die People Power Party zum konservativen. Die Demokratische Partei kontrolliert derzeit Präsidentschaft und Parlament. Die oppositionelle PPP hat ihre Hochburgen traditionell im Südosten, während die Demokratische Partei im Südwesten besonders verankert ist.

Die Abstimmung galt als erster landesweiter Stimmungstest seit Lees Amtsantritt vor einem Jahr. Nach Angaben der Zeitung The Korea Times eroberte die DPK auch die als konservativ geltende Hafenstadt Busan, wo Chun Jae-soo den bisherigen Amtsinhaber Park Heong-joon ablöste. Die Wahlbeteiligung lag laut Wahlkommission bei 61,0 Prozent – dem höchsten Wert seit den ersten Kommunalwahlen 1995.

Knappes Rennen in Seoul

In der Hauptstadt setzte sich der amtierende Bürgermeister Oh Se-hoon von der PPP knapp gegen den DPK-Kandidaten Chong Won-o durch. Nach dem Endergebnis erhielt Oh 49,16 Prozent der Stimmen, Chong 48,13 Prozent, wie die südkoreanische Tageszeitung Hankyoreh berichtete. Oh ist damit der erste Politiker, der für eine fünfte Amtszeit zum Bürgermeister von Seoul gewählt wird. „Sie, die Wählerinnen und Wähler, haben Seoul zur letzten Verteidigungslinie der Demokratie gemacht“, sagte Oh laut Hankyoreh in seiner Siegesrede.

DPK-Chef Jung Chung-rae sprach von einem großen Sieg im ganzen Land, räumte aber Enttäuschung über die Niederlage in Seoul ein. „Ich danke und respektiere die kluge Entscheidung des Volkes“, sagte er nach Angaben der Korea Times vor Journalisten im Parlament. PPP-Chef Jang Dong-hyeok kündigte einen Neuaufbau der Partei an. Präsident Lee rief beide Lager zur Zusammenarbeit auf und forderte eine Untersuchung zu fehlenden Stimmzetteln in mehreren Bezirken Seouls, der die Wahl überschattet hatte.

Open Source

Open Source

Sie haben etwas zu sagen? Senden Sie uns Ihren Text! 

Einreichen
Open Door

Open Door

Sie möchten ein Thema vorschlagen? Senden Sie uns Ihren Vorschlag!

Vorschlagen
Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]

Lesen Sie mehr zum Thema
weltbune Banner