Martin Mertens hat sich ein Herz gefasst und Kanzler Friedrich Merz einen „Brandbrief“ geschrieben. Mertens ist Bürgermeister der Gemeinde Rommerskirchen in Nordrhein-Westfalen. Rommerskirchen liegt westlich von Köln. Da erzeugen derzeit die riesigen Braunkohlekraftwerke wie Niederaußem und Neurath Strom für Haushalte und Industrie. Noch. Denn die schwarz-grüne Landesregierung von Nordrhein-Westfalen möchte all diese Riesenkraftwerke spätestens 2030 abschalten lassen. Doch es gibt in absehbarer Zeit noch keinen Ersatz.
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche will zwar neue Gaskraftwerke ausschreiben lassen, doch wann die in Betrieb gehen, steht in den Sternen. Gehen nun alle Kohlekraftwerke in NRW bis 2030 vom Netz, dann fehlen gut zehn Gigawatt Leistung, die auch bei einer Dunkelflaute für Wind- und Solarenergie derzeit als Backup dienen. Bundesweit, nicht nur in NRW. Zehn Gigawatt entsprechen immerhin der Leistung von zehn Atomkraftwerken. Der vorgezogene Kohleausstieg in NRW wird so zum Problem für die gesamtdeutsche Versorgungssicherheit.
Martin Mertens hat aber eine Lücke im Gesetz zum Kohleausstieg entdeckt. Und deswegen hat er den Brief geschrieben, der dieser Zeitung vorliegt. Nicht nur an Merz hat er ihn adressiert, sondern auch an seinen CDU-Ministerpräsidenten Hendrik Wüst.
Energieversorgung
Brandbrief an Merz und Wüst: Ab 2030 droht Deutschland eine gewaltige Stromlücke
Bis zum 15. August haben Bundesnetzagentur und Katherina Reiche Zeit die Energieversorgung Deutschlands zu schützen. Ansonsten droht der Blackout – auch im Osten.
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Das Braunkohlekraftwerk Neurath: Wird der Kohleausstieg in NRW nicht verschoben, gerät die Versorgungssicherheit in Gefahr.
© Henning Kaiser/dpa
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