Der langjährige Verleger der US-Militärzeitung Stars and Stripes, Max D. Lederer Jr., zieht sich wegen grundlegender Differenzen mit dem Pentagon von seinem Posten zurück. Wie die Nachrichtenagentur AP am Donnerstag berichtete, wird der Rücktritt zum 30. September wirksam.
Lederer begründete den Schritt damit, dass sich seine Vorstellungen von Auftrag und Führung der Zeitung nicht mehr mit den Plänen des US-Verteidigungsministeriums vereinbaren ließen.
Streit um Auftrag und Format
Lederer, seit 2007 im Amt, sagte am Dienstag in einem Interview mit seiner eigenen Zeitung, seine Auffassung von Führung und vom Wert der Publikation weiche „in grundlegender Weise“ von den Plänen des Ministeriums ab. Über die Formatfrage hinaus stellte er sich damit auch gegen die inhaltliche Neuausrichtung, mit der das Pentagon die redaktionelle Unabhängigkeit der Zeitung einschränkt.
Konkret kritisierte er die im März angekündigte Umstellung aller Druckerzeugnisse auf ein rein digitales Format. Damit werde die Erreichbarkeit für Soldaten eingeschränkt, warnte der Armee-Veteran. Er sehe „keine volle Anerkennung des Wertes mehrerer Plattformen im Vergleich zu nur einer digitalen Plattform“. Für Angehörige des Militärs in wechselnden Einsatzumgebungen hätten gedruckte Monats- oder Jahresmagazine weiterhin einen eigenen Wert.
Zugleich betonte Lederer, die Zeitung müsse sich auch neuen Technologien wie Künstlicher Intelligenz öffnen: Er sei jedoch mit „Tempo und Richtung“ des Pentagons nicht auf einer Linie. Es sei daher richtig, wenn er „aus dem Weg gehe“ und Platz für eine andere Führung mache.
Pentagon gibt die Linie vor
Der Rücktritt fällt in eine Phase, in der das US-Verteidigungsministerium seinen Einfluss auf die Zeitung ausweitet. Im April hatte das Ministerium die Ombudsfrau der Publikation entlassen, deren gesetzlich verankerte Aufgabe der Schutz der redaktionellen Unabhängigkeit ist. Der Umbauplan des Pentagons schreibt zudem vor, dass Inhalte mit „Ordnung und Disziplin“ – einer Formulierung aus dem Militärstrafrecht – vereinbar sein müssen.
Die Nutzung von Nachrichtenagenturen wurde eingeschränkt, Comics und andere Beiträge externer Anbieter wurden gestrichen. Der Chefsprecher des Pentagons, Sean Parnell, hatte im Januar erklärt, das Ministerium wolle die Publikation von „woken Ablenkungen, die die Moral untergraben“ wegführen.
Stars-and-Stripes-Chefredakteur Erik Slavin würdigte Lederer als „inspirierenden Anführer“. Über Jahrzehnte habe dieser die Interessen der Soldaten und ihrer Familien vertreten, indem er ihren Zugang zu glaubwürdiger Berichterstattung unabhängig von der militärischen Befehlskette unterstützt habe.
Lederer war 1992 nach seinem aktiven Dienst in der Rechtsabteilung der US-Armee zur Zeitung gekommen. Ob das Pentagon ihn bis zum Stichtag im Amt belässt oder einen kommissarischen Nachfolger einsetzt, ist nach seinen Angaben offen.
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