BERLIN. Die Partei Die Linke bemüht sich mit aller Kraft, Personaldebatten und interne Konflikte nach der Krebsoperation ihres Vorsitzenden Oskar Lafontaine zu unterbinden. Ko-Chef Lothar Bisky habe bei einer Sitzung des Parteivorstands zur Geschlossenheit aufgerufen, sagte Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch gestern in Berlin. Öffentliche Unterstellungen und Vorwürfe unter Parteifreunden vertrügen sich damit nicht.Bisky reagierte damit auf schwere Anschuldigungen von Teilen der Linken-Basis gegen Bartsch und gegen den Thüringer Linken-Fraktionschef Bodo Ramelow. Beide zählen zum Reformerlager in der Partei, das Regierungsbeteiligungen anstrebt und auf Realismus in der Programmdebatte dringt. Diese soll nun bis Herbst 2011 dauern. Im Vorstand wurden die Querelen aber laut Teilnehmern nicht diskutiert.Anlass der jüngsten Eskalation im schwelenden Richtungsstreit war ein offener Brief von Mitarbeitern der Linksfraktion im Bundestag und weiteren Mitgliedern. Die Autoren warnten die Reformer, den "kategorischen Imperativ linker Politik" aufzugeben. Für sie bedeute das: "kein Personal- und Stellenabbau, keine Privatisierungen" sowie "entschiedene Friedenspolitik". Diesen Kurs sehen viele in der Partei auch durch die rot-rote Koalition in Brandenburg gefährdet. Als Garant linker Prinzipientreue gilt ihnen dagegen Lafontaine. Obwohl Bartsch im Brief nicht namentlich angegriffen wurde, nahmen ihn die sechs Ost-Landeschefs in einer ungewöhnlichen Erklärung in Schutz.
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