Wer in Berlin mit dem Fahrrad unterwegs ist, trifft an vielen Ecken der Stadt auf frischen Asphalt, neue Poller und rote Bodenmarkierungen. Gleich mehrere Bezirke planen im Oktober 2026 Maßnahmen, um den Radverkehr im Alltag sicherer und flüssiger zu gestalten.
Treptow-Köpenick: 1,5 Kilometer mehr Platz auf der B96a
Im Bezirk Treptow-Köpenick nimmt das Straßen- und Grünflächenamt eine der wichtigsten Ausfallstraßen in den Blick: die Köpenicker Landstraße (B96a). Nachdem bereits vor gut einem Jahr ein 400 Meter langer Abschnitt am S-Bahnhof Plänterwald eingerichtet wurde, startet in dieser Woche der Weiterbau. Der Radfahrstreifen wird um 1,5 Kilometer stadtauswärts bis zur Trojanstraße verlängert. Die Markierungsarbeiten auf der Fahrbahn sollen bis Mitte November abgeschlossen sein.
Nach dem Umbau wird der motorisierte Verkehr nur noch auf zwei Spuren geführt, während der Radverkehr einen breiten Streifen erhält. An sensiblen Einfahrten sollen ab Anfang 2027 rote Markierungen für hohe Sichtbarkeit sorgen. Der alte Hochbord-Radweg wird entsiegelt und in Rasenflächen umgewandelt.
„Wer sich für das Fahrrad entscheidet, muss sicher ans Ziel kommen können“, betont die zuständige Bezirksstadträtin Claudia Leistner (Grüne). „Mit der Verlängerung führen wir den Abschnitt konsequent fort und verbessern die Bedingungen für Radfahrende im Alltag.“
Mecklenburgstraße in Schwerin wird ab 19. Oktober zur Fahrradstraße umgebaut
1,8 Kilometer lückenloser Schutz auf der Hermannstraße
An der vielbefahrenen Kreuzung Hermannstraße / Thomasstraße ging nach umfangreichen Fahrbahn- und Gehwegsanierungen eine neue Ampelanlage in Betrieb. Damit ist das seit 2018 geplante Projekt auf der Hermannstraße nun auf einer Gesamtlänge von 1,8 Kilometern fertiggestellt.
Die neue Ampelanlage schützt nicht nur den Radverkehr auf der Hauptstraße, sondern schafft eine Verbindung im Kiez: Sie schließt die Ost-West-Achse des „Grünen Wegs“ entlang des Anita-Berber-Parks an die Thomasstraße an und verbessert so die Erreichbarkeit des Tempelhofer Feldes.
„Was wir vor acht Jahren begonnen haben, wird mehr und mehr sichtbar“, erklärt Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD).
Zahlreiche Fahrräder sind an einem Stellplatz in der Innenstadt abgestellt
© Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa
Schnelle Reaktion auf tragischen Unfall in Tempelhof
Dass der Ausbau von Radwegen weiterhin im Fokus ist, zeigt eine Maßnahme im Bezirk Tempelhof-Schöneberg. An der Kreuzung Oberlandstraße / Germaniastraße, unterhalb der Autobahnbrücke, wird im Oktober eine rund 60 Meter lange, baulich geschützte Radverkehrsanlage markiert.
Der Bezirk setzt damit eine Empfehlung der Unfallkommission um. Hintergrund ist ein tödlicher Verkehrsunfall im November 2025. Durch die separate Spur und eine eigene Ampelschaltung wird der Radverkehr künftig getrennt vom abbiegenden Pkw- und Lkw-Verkehr geführt, um gefährliche Abbiegeunfälle in Zukunft wirksam zu verhindern.
Fahrradstaffel nimmt in Leipzig mutmaßlichen Fahrraddieb fest
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