Erleichtert sei er, sagt Michael Waiser. Erleichtert darüber, dass er jetzt nicht mehr täglich nachsehen muss, was die Konkurrenz am Ostbahnhof mache. Michael Waiser, 37, ist Geschäftsführer der World Wheel Berlin Holding GmbH, die ein 175 Meter hohes Riesenrad am Berliner Zoo bauen will. Seine Konkurrenz: die Anschutz Entertainment Group, die neben ihrer modernen Arena-Halle am Ostbahnhof eine ähnliche Touristenattraktion plante. Bis gestern, da gab Anschutz-Manager Detlef Kornett den Rückzug vom Riesenrad-Projekt bekannt. Phil Anschutz selbst, der Multimilliardär aus Denver, habe so entschieden. Zur Begründung hieß es, der Riesenrad-Investor für den Ostbahnhof, die Schaustellerfamilie Steiger, habe das nötige Geld noch nicht zusammen. Das Riesenrad würde folglich nicht wie geplant zeitgleich mit der Arena-Eröffnung im Herbst 2008 fertig werden. So ist die Konkurrenz der Riesenräder jetzt vorbei. Berlin dreht sich jetzt nur einmal, und das am Zoo."Ich freue mich, denn für uns war immer der Standort am Zoo der bessere", sagt Waiser. Schon um die City-West wieder aufzupäppeln, die sich seit der Degradierung des Bahnhofs Zoo zur Regionalstation ziemlich abgehängt fühlt. Bis zu zwei Millionen Besucher jährlich sollen sich von Waisers Riesenrad aus Berlin künftig von oben anschauen können. Und ringsum, also in den Läden und Kinos an Kudamm und Tauentzien sowie im nahe gelegenen Zoo, weiteres Geld ausgeben. Wird das Riesenrad gebaut, wäre es Waisers bislang größter Coup. Der Geschäftsmann, der 1993 aus Nürnberg nach Berlin kam, hat bislang vor allem Wohn- und Gewerbeimmobilien entwickelt. Eine Skihalle, die er in Neukölln plante, wurde nicht gebaut, weil dem US-Investor angeblich die deutsche Haltung zum Irak-Krieg nicht passte und er deshalb ausstieg.120 Millionen Euro soll das Riesenrad in Charlottenburg kosten. Allein 15 Millionen Euro hat World Wheel für das Grundstück bezahlt - ein Stück vom Zoo-Wirtschaftshof, das man Berlin abkaufte und damit Finanzsenator Sarrazin glücklich machte. Das übrige Geld und das für drei weitere Räder in China und Dubai wird derzeit über einen Immobilienfonds eingesammelt. Laut Waiser läuft das Geschäft so gut, dass es sogar für sechs Riesenräder reichen könnte.Doch zunächst müssen die Hürden in Berlin genommen werden. Denn nicht jedem gefällt die geplante Attraktion. Die benachbarte Technische Universität kündigte eine Klage an, weil ihr der Stahlkoloss zu dicht auf die Pelle rücke. Ob der Boden die 2 100 Tonnen schwere Konstruktion trägt, ist noch nicht klar. Ebenso, wo entlang die vielen Besucherautos und -busse fahren sollen. Und Naturschützer fürchten um das Wohlbefinden der Zootiere. Waiser ist dennoch überzeugt von seinem Projekt: Wenn alles gut geht, sagt er, könne Ende 2008 am Zoo die erste Runde über Berlin gedreht werden.Berlin Seite 18------------------------------Foto: Michael Waiser, Berliner Geschäftsmann im Vergnügungssektor
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