Die Lage auf dem Arbeitsmarkt in Berlin-Brandenburg, die Zukunftschancen, die sich aus neuen Technologien ergeben, sowie die Rolle Berlins als Zentrum des Handels und Wandels zwischen Ost und West - darüber diskutierten die Kongreßteilnehmer in fünf einzelnen Foren.Wenn der Zusammenschluß als eine Chance begriffen werde, erhalte das gemeinsame Bundesland die einmalige Möglichkeit zur dynamischen Modernisierung einer ganzen Region. Darüber waren sich die Teilnehmer des Forums zur "Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg" einig. Erich Gerard, Präsident der Vereinigng der Unternehmensverbände, betonte, die Fusion stärke die Wettbewerbsfähigkeit. Das sei im Hinblick auf die Globalisierung der Märkte unverzichtbar. Geschäftsführer Mark Palmer, dessen Partner unter anderem am ehemaligen Checkpoint Charlie investieren, betonte, daß weder Berlin noch Brandenburg die Zukunft allein bewältigen könnten. Er wünsche sich, daß man hier Unternehmern und Investoren aus Paris und Moskau, aus Budapest und New York mit offenen Armen empfängt. Kontrovers wurden im Forum "Arbeitsmarkt" die Chancen diskutiert, die Arbeitslosigkeit in der Region zu senken. Die reale Arbeitslosigkeit liege bei 25 Prozent, erklärte der Vizepräsident des Landesarbeitsamtes, Rolf Seutemann. Ein Patentrezept zur Lösung der Probleme gebe es nicht. Man könne von einer Fusion nicht sofort mehr Arbeitsplätze erwarten, so einige Teilnehmer. Die Fusion biete aber die Möglichkeit, sagte Gerhard Becher von der Prognos AG Basel, Kräfte zu bündeln, neue Leistungen anzubieten und Innovationen in der Wirtschaft zu beweisen. Ein handwerker beklagte, daß der Bauboom an den handwerkern vorbeigeht. "Viele stehen mit dem Rücken zur Wand". Er forderte kleine Lose in der Vergabe von Aufträgen. Von der Vision eines "Weltkompetenzzentrums Verkehr" sprach Siemens-Vorstand Wolfram O. Martinsen im Forum "Verkehrstechnik", das vom Herausgeber der Berliner Zeitung, Dieter Schröder, moderiert wurde. Laut Martinsen müsse die Verkehrsinfrastruktur so gestaltet werden, daß man sie später "exportieren" könne. Siemens und Adtranz werden dazu beitragen, daß Berlin zu einem Messe- und Kongreßplatz für Verkehrstechnik wird. Er verlangte von der Politik ein klares Bekenntnis zu neuen Großtechnologien und kürzere Genehmigungsverfahren. Die Präsidentin des Verbandes der Auto-Industrie, Erika Emmerich, sagte, Berlin sei weiter für die Vergabe der Internationalen Automobil-Ausstellung ab 1999 im Gespräch. Berlin hat als internationaler Medienstandort große Zukunft, wenn die Politik nicht schon im Vorfeld "überregulierend" wirkt, hieß es im "Medienforum". Nach Einschätzung von Bernd Schiphorst, Vorsitzender der Geschäftsführung von AOL Bertelsmann, sei die Politik bestrebt, alles zu regeln. Damit bestehe im Wachstumsbereich Multimedia die Gefahr, daß der Aufbruch in Deutschland schon fast beendet ist. Veba-Vorstand kündigte die Gründung einer Digital-TV-Gesellschaft in Berlin an. Im technologischen und finanziellen, aber auch im Austausch von Wissen sahen die Teilnehmer des Forums "Kompetenz-Zentrum Ost-West" weitere Entwicklungsmöglichkeiten für die Region. In ganz Westeuropa gebe es keine Region mit einer derartigen Ansammlung von sprachlicher und kultureller Kompetenz sowie der Kenntnis der Märkte des Osten, stellte ABB-Präsident Eberhard von Koerber fest. +++
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