Konzernumbau soll bis Mai beschlossen werden

ThyssenKrupp-Chef räumt Fehler ein

Annika Joeres
2 Min

DÜSSELDORF. Konzernchef Ekkehard Schulz räumt ein, dass sein Verhalten "nach Vertrauensbruch klingt". Aber die Krise lasse ihm keine Wahl. Der Manager von Deutschlands größtem Stahlkonzern ThyssenKrupp hatte vor wenigen Tagen überraschend den bedeutendsten Umbau in der Geschichte verkündet: ThyssenKrupp will seine bislang bestehenden Sparten offenbar unter einer Holding zusammenfassen.Mitarbeiter verärgertNoch Ende April hatte Schulz den Betriebsräten einen anderen Plan mit zwei Sparten präsentiert. Die Arbeitnehmervertreter sind alarmiert. "Die Konzernspitze rückt von dem ab, was sie erst vor vier Wochen mit uns vereinbart hat", so der Vorsitzende des Konzernbetriebsrates Thomas Schlenz.Damals wurden betriebsbedingte Kündigungen noch ausgeschlossen. Die Sparten Stahl, Edelstahl und Services sollten zukünftig in zwei Bereichen zusammen gefasst werden. Nun soll es nur noch eine Holding geben. Durch die Sparten-Fusion sollen jährlich 500 Millionen Euro eingespart werden. Ein Treffen der Arbeitnehmervertreter mit Vertretern des Managements konnte die Mitarbeiter nicht beruhigen. Details zu den neuerlichen Änderungen will der Konzern erst bei der kommenden Aufsichtsratssitzung am 13. Mai bekannt geben.Unter den Mitarbeitern wird ein Modell favorisiert, das die Sparten belässt. " Der Konzern stellt U-Boote, Aufzüge und Stahl her - getrennte Bereiche machen da viel mehr Sinn", heißt es. "Der Konzern will offenbar keinen Stein mehr auf dem anderen lassen", sagt Marc Schlette von der Bezirksleitung der IG-Metall in NRW. In einer panikartigen Reaktion könnte das gesamte Unternehmen umgebaut werden. Dem würden die Arbeitnehmer nicht zustimmen. Zwar könnten die Arbeitgeber formal die Beschlüsse im Alleingang durchsetzen, doch das wäre ohne Beispiel in der Firmengeschichte.Die Duisburger Metaller sind für ihre drastischen Arbeitskämpfe bekannt. Mehrmals stand "die Ruhr in Flammen", hatten tausende Arbeiter das Werk und die gesamte Stadt lahm gelegt. Heute ist die Stimmung ähnlich aufgeheizt. "Die Führung von ThyssenKrupp hat uns vor Wochen bewusst belogen, um uns ruhig zu stellen", sagt Bernd Kruse, Duisburger Betriebsrat der Stahlarbeiter. Jetzt sei das Feuer eröffnet. "Ab sofort befinden wir uns im Kriegszustand", so Kruse weiter. Es sei eine Unverschämtheit, dass die Mitarbeiter dafür bluten sollen, dass in Brasilien Geld verbuddelt worden sei. Grund für die Verluste des Unternehmens sind auch aus dem Ruder gelaufene internationale Investitionen.------------------------------Foto: Ekkehard Schulz, ThyssenKrupp-Chef

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