Kopf & Zahl

Das Spiel und die Sucht

Im Casino kann man manchmal gewinnen. Aber oft auch viel Geld verlieren – und irgendwann dann die Freiheit.

Thomas Leinkauf
1 Min

„Der Spieler“, schrieb einmal ein US-amerikanischer Psychoanlytiker, „ist anscheinend ein unbelehrbarer Optimist, ein Geschöpf, welches durch Erfahrung ungerührt bleibt. Sein Glaube an endgültigen Erfolg wird auch nicht durch finanziellen Verlust gebrochen, egal wie groß. Er hat heute nicht gewonnen? So was? Morgen wird es besser. Er hat wieder verloren? Das beweist gar nichts; der Tag wird kommen, an welchem er gewinnt.“

Spielbanken und Automatenbuden leben von solchen unverbesserlichen Optimisten, die Stadt zieht Steuern ein – alles ist nur ein Spiel, in dem es Gewinner gibt und Verlierer. Die einen verlieren „nur“ ab und zu Geld, die anderen ihr Geld und ihre Freiheit und schließlich, weil sie vom Spiel nicht mehr loskommen, ihre ganze Existenz. Eine halbe Million Euro wird täglich versenkt, vor allem in Spielautomaten, 37 000 Berliner sind spielsüchtig. Optimistisch geschätzt.

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