Korrekturen kaum möglich

Andrea Beyerlein
2 Min

POTSDAM. Der Architekt Peter Kulka warnt vor überzogenen Korrektur-Forderungen an dem von ihm vorgelegten Entwurf für den neuen Landtag in der Hülle des ehemaligen Stadtschlosses. "Das ist eine Illusion", sagte Kulka der Berliner Zeitung. "Der Wiederaufbau des ehemaligen Herrschersitzes in der Mitte Potsdams macht nur Sinn, wenn es dafür auch eine gute Aufgabe gibt", sagte er. Die Nutzung durch das demokratische Parlament sei ideal. Würde das zierliche Knobelsdorff'sche Schloss noch stehen, wäre es ein Denkmal und ein Landtag darin "in keiner Weise" unterzubringen. Der Neubau sei nicht "Knobelsdorff", sondern soll an ihn "sorgfältig erinnern".Im Auftrag der niederländischen Royal BAM Group, die auch wegen des eingehaltenen Kostenrahmens den Zuschlag vom Finanzministerium erhielt, habe er drei Jahre an dem Projekt gearbeitet. Die Grundsteinlegung ist im Frühjahr geplant. "Ich bin gern bereit, Überzeugungsarbeit in Potsdam zu leisten. Aber ich sehe keine Möglichkeit mehr zu wesentlichen Veränderungen", sagte Kulka, der Anfang der 90er-Jahre den neuen Landtag in seiner Geburtsstadt Dresden baute und später das neue Foyer des dortigen Residenzschlosses. Der Plenarsaal in Potsdam sei für das gegenwärtige Parlament "gerade mal großzügig, für 150 Abgeordnete würde es eher eng".Zur Forderung der CDU-Fraktionschefin Saskia Funck nach einem "Bürgerbeirat" wollte sich Kulka nicht äußern: "Ich bin Auftragnehmer und kein Politiker." Finanzminister Rainer Speer (SPD) wies die Initiative des Koalitionspartners verärgert zurück.Die Verfechter eines möglichst originalgetreuen Schlossbaus relativieren mittlerweile ihre heftige Kritik an den vorgelegten Plänen. "Ich bin sehr glücklich, dass wir das Schloss wieder bekommen und wir honorieren auch den Entwurf. Man muss ja realistisch denken", sagte Brigitte Kuster von der Initiative "Mitteschön". Sie hoffe, dass nun ein Dialog möglich werde. So sollte auch das Landtagsschloss - wie die Nikolaikirche und das alte Rathaus auf dem Alten Markt - ein Kupferdach erhalten, statt wie geplant eines aus Zink. Auch Joachim Kuke vom Stadtschloss-Verein lenkt ein: "Der Wiederaufbau ist ein toller Erfolg und man muss demokratische Mehrheiten anerkennen. Aber es wäre schön, wenn nun auch die Experten vor Ort einbezogen würden." (ab.)------------------------------Foto: Peter Kulka, Architekt

Open Source

Open Source

Sie haben etwas zu sagen? Senden Sie uns Ihren Text! 

Einreichen
Open Door

Open Door

Sie möchten ein Thema vorschlagen? Senden Sie uns Ihren Vorschlag!

Vorschlagen
Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]

Lesen Sie mehr zum Thema
weltbune Banner