In Sachsen sind seit Einführung der gesetzlichen Meldepflicht im Juli 2024 insgesamt 2.796 Krätze-Fälle registriert worden. Das geht aus einer Antwort des sächsischen Gesundheitsministeriums auf eine Kleine Anfrage der Landtagsabgeordneten Katja Dietz (AfD) hervor.
In der zweiten Jahreshälfte 2024 wurden demnach 615 Fälle gemeldet, im Jahr 2025 waren es 1.768. Allein in den ersten 13 Kalenderwochen dieses Jahres seien 413 Fälle hinzugekommen.
Besonders hohe Zahlen verzeichneten 2025 laut Ministerium der Landkreis Görlitz mit 218 Fällen, Dresden mit 210 und Chemnitz mit 172 Fällen. Die als Scabies bezeichnete Krankheit sei vor allem in privaten Haushalten (61 Fälle im Jahr 2025) sowie in Alten- und Pflegeheimen (37 Fälle) ausgebrochen.
Ministerium geht von hoher Dunkelziffer aus
Nach Einschätzung des Ministeriums dürfte die tatsächliche Zahl der Erkrankungen höher liegen. Als Gründe würden unter anderem mögliche Verwechslungen mit anderen Hauterkrankungen sowie fehlende Kenntnisse über die Meldepflicht bei Ärztinnen und Ärzten genannt.
Milbeneier unter der Haut: Krätze auf dem Vormarsch
Das Leipziger Gesundheitsamt hatte Krätze 2024 als „großes Thema" bezeichnet. Bereits 2018 meldete die Krankenkasse Barmer einen Anstieg der Fälle im Freistaat. Demnach stiegen die Verordnungen von Scabies-Medikamenten in Sachsen um etwa 50 Prozent, bundesweit um rund 60 Prozent.
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Bei Krätzmilben handelt es sich um Parasiten, die sich in die oberste Hautschicht eingraben und dort starken Juckreiz, Hautentzündungen sowie schuppige oder verkrustete Stellen auslösen. Eine Ansteckung erfolgt nach Angaben aus der Antwort des Ministeriums meist durch längeren direkten Hautkontakt von mindestens fünf bis zehn Minuten, etwa beim engen Zusammenleben oder in Pflegeeinrichtungen. Auch gemeinsam genutzte Kleidung, Bettwäsche oder Handtücher können die Milben übertragen. Gefährlich ist Krätze in der Regel nicht. Unbehandelt kann die Erkrankung jedoch zu starken Hautschäden, Entzündungen und bakteriellen Infektionen führen. Mit speziellen Salben oder Medikamenten lässt sich die Krankheit meist gut behandeln.
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