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Kraftstoffengpässe in Russland: Moskau importiert offenbar Benzin aus Indien

Russland kämpft nach ukrainischen Angriffen auf Raffinerien mit Treibstoffengpässen. Nun greift Moskau offenbar auf Benzin-Importe aus Indien zurück.

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An einer Tankstelle in Russland stehen Autos Schlange.

An einer Tankstelle in Russland stehen Autos Schlange.

© Alexander Zemlianichenko/AP/dpa

Russland hat offenbar mit dem Import von Benzin aus Indien auf dem Seeweg begonnen, um Versorgungsengpässe im eigenen Land zu mildern. Das berichtete die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf zwei Branchenvertreter. Nach Angaben einer Quelle wurden mindestens 60.000 Tonnen Benzin von Indien nach Russland verschifft. Eine weitere Quelle sprach von zwei Tankern mit jeweils rund 30.000 bis 40.000 Tonnen Ladung. Welche indische Raffinerie das Benzin liefert, blieb zunächst offen.

Indien ist dabei selbst ein bedeutender Abnehmer für russisches Öl. Indiens Rohölimporte aus Russland erreichten laut vorläufigen Daten von LSEG und Kpler im Juni einen Rekordwert von rund 2,7 Millionen Barrel pro Tag, wie Reuters berichtete. Damit stellte russisches Öl mehr als die Hälfte der indischen Rohöleinfuhren.

Insgesamt plane Russland, monatlich rund 400.000 Tonnen Benzin aus verschiedenen Ländern einzuführen, darunter aus dem benachbarten Belarus, hieß es von einer dritten Quelle. Belarus habe seine Benzinlieferungen per Bahn in der ersten Junihälfte gegenüber der ersten Maihälfte auf mehr als 70.000 Tonnen erhöht und damit nahezu verdreifacht, berichtete Reuters unter Verweis auf eigene Berechnungen. Der russische Benzinverbrauch liegt nach Reuters-Angaben im Sommer bei mindestens 110.000 Tonnen pro Tag.

Kraftstoff: Kreml bestätigt Gespräche mit anderen Ländern

Der Kreml bestätigte laut der staatlich russischen Nachrichtenagentur Tass am Dienstag, Russland stehe mit anderen Ländern in Kontakt und diskutiere über Kraftstoff-Importe zu angemessenen Preisen. Aus welchen Staaten möglicherweise Kraftstoff bezogen werden solle, werde nicht mitgeteilt, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow demnach.

Sollten Vereinbarungen über Kraftstoffimporte geschlossen werden, sei dies „ein weiterer Schritt zur Stabilisierung des Marktes“, der darauf abziele, „die panikgetriebene Nachfrage einzudämmen“, erklärte Peskow. Das russische Parlament hatte vergangene Woche laut Reuters Änderungen des Steuerrechts beschlossen, die auch Subventionen für Kraftstoffimporte vorsehen. Diese sind dem Bericht zufolge an indische Lieferkosten und Preise gekoppelt.

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Engpässe in russischen Regionen

Laut einer Bloomberg-Auswertung öffentlicher Stellungnahmen meldeten Ende Juni rund 90 Prozent der russischen Regionen Rationierungen oder Versorgungsprobleme. Die Ölverarbeitung Russlands sei laut Daten des Analyseunternehmens EA Analytics im Juni auf den niedrigsten Stand seit 20 Jahren gefallen. Zwei Angriffe auf die Moskauer Raffinerie hätten den größten Kraftstofflieferanten der Hauptstadt faktisch stillgelegt, berichtete Bloomberg.

Der russische Präsident Wladimir Putin räumte am Sonntag laut Reuters bei einem Regierungstreffen ein, dass ukrainische Drohnenangriffe auf Raffinerien in einigen Regionen zu Engpässen geführt hätten. Russland arbeite jedoch daran, das Problem zu lösen.

Der russische Vizepremierminister Alexander Novak erklärte laut Tass am Mittwoch, die Versorgung des Inlandsmarktes mit Diesel und Benzin sei gesichert, obwohl mehrere Raffinerien gewartet würden. Es komme „vor allem aufgrund logistischer Anpassungen bei den Lieferungen von den Raffinerien zu den jeweiligen Öldepots und Tankstellen“ an einzelnen Tankstellen zu Engpässen. Diese würden jedoch „schnell behoben“, sagte er.

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