Ukraine-Krieg

Kreml spricht von „echtem Krieg“ in der Ukraine: Peskow macht Westen verantwortlich

Der Ukraine-Konflikt habe sich zu „echtem Krieg“ entwickelt, sagt Dmitri Peskow und ändert damit seine bisherige Wortwahl. Auch über ein Telefonat zwischen Putin und Trump gibt er Auskunft.

3 Min
Kreml-Sprecher Dmitri Peskow hat die Geschehnisse in der Ukraine als „echten Krieg“ bezeichnet.

Kreml-Sprecher Dmitri Peskow hat die Geschehnisse in der Ukraine als „echten Krieg“ bezeichnet.

© Evgenia Novozhenina/AP

Der Sprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, hat die russische Invasion in der Ukraine erstmals ausdrücklich als „Krieg“ bezeichnet. 

„Es herrscht Krieg, ein echter Krieg“, sagte Peskow in einem am Sonntag von der russischen Nachrichtenagentur Interfax verbreiteten Interview mit dem Journalisten Pawel Sarubin mit Blick auf die Ukraine. Für diese „Entwicklung“ machte er die westlichen Unterstützer Kiews verantwortlich.

Moskau spricht bislang von „militärischer Spezialoperation“

Alles habe als „militärische Spezialoperation“ begonnen und werde nun als Krieg fortgesetzt, „weil Kiew Berlin, Paris, Den Haag, Oslo und leider auch Washington hinter sich hat“, so der Kreml-Sprecher. Die westlichen Länder unterstützten die Ukraine über ihre Satelliten bei der Zielerfassung und lenkten ausländische Waffen auf russische Ziele.

Die russischen Behörden verwenden seit Beginn der Invasion im Februar 2022 offiziell den Begriff „militärische Spezialoperation“. Wer den Krieg in Russland öffentlich als solchen bezeichnete, wurde in der Vergangenheit teilweise strafrechtlich verfolgt.

Kreml kündigt weitere Kontakte mit Washington an

In seinem täglichen Briefing am Montag äußerte sich Peskow zudem zu einem Telefonat zwischen Putin und Trump vom Ende vergangener Woche. Das Gespräch habe Russland die Möglichkeit gegeben, Washington die eigene Position „aus erster Hand auf höchster Ebene“ zu übermitteln, sagte Peskow laut der staatlichen Nachrichtenagentur Tass. Beide Präsidenten hätten vereinbart, in naher Zukunft erneut miteinander zu sprechen.

Trumps Haltung im Ukraine-Konflikt sei „recht konsistent“, so Peskow. Anschuldigungen, der US-Präsident schwanke in seiner Position, seien unzutreffend. Trump sei bereit, sich die von Putin übermittelten Informationen anzuhören. Zur Reaktion Trumps auf die russischen Ausführungen wollte sich der Kreml-Sprecher nicht äußern.

Peskow bekräftigte, Russland bleibe offen für Friedensgespräche und ziehe eine diplomatische Lösung vor. Die Europäische Union werde diese Aussichten „hoffentlich nicht vollständig zunichtemachen“.

Kreml: Ukrainische Lage an der Front verschlechtert sich

Peskow erklärte zudem laut Interfax, die Lage an der Front verschlechtere sich für Kiew von Tag zu Tag. Als Beleg verwies er auf die von russischer Seite behauptete Einnahme der ostukrainischen Stadt Kostjantyniwka.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wies diese Darstellung zurück und warf Putin vor, „die Welt zu belügen“. Auch unabhängige Beobachter bestätigten die Einnahme bislang nicht.

Open Source

Open Source

Sie haben etwas zu sagen? Senden Sie uns Ihren Text! 

Einreichen
Open Door

Open Door

Sie möchten ein Thema vorschlagen? Senden Sie uns Ihren Vorschlag!

Vorschlagen

Vor dem am Dienstag beginnenden Nato-Gipfel rief Selenskyj die Verbündeten auf, in Ankara „starke Entscheidungen“ zur Unterstützung seines Landes zu treffen. „Allen voran“ die USA und die Europäer sollten bei dem Gipfel Beschlüsse zur weiteren Unterstützung der ukrainischen Luftverteidigung fassen, so der ukrainische Präsident.

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]

Lesen Sie mehr zum Thema
weltbune Banner