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Gastbeitrag

Kriegstüchtig statt kindgerecht? Wie Deutschlands Medien den Kern der Probleme ignorieren

Warum bleiben Medien oft nur an der Oberfläche? Statt auf Personen einzudreschen, könnte sich die Presse fragen: Warum kriegt fast niemand Kinder in diesem Land? Ein Appell.

Christiane Voges
6 Min
Olaf Scholz und Boris Pistorius: Unter ihnen wurde die Bildung in Deutschland nicht besser.

Olaf Scholz und Boris Pistorius: Unter ihnen wurde die Bildung in Deutschland nicht besser.

© imago/Florian Gärtner

Als die „Ampel“ ausgeschaltet wurde, gingen in vielen Redaktionen reflexartig Alarmsignale an: Es gab im etablierten Journalismus mal wieder besonders viele persönliche Schuldzuweisungen – Christian Lindner sei verantwortlich, oder eben Olaf Scholz. Auch dieser Streit wurde häufig mit viel Moral und Emotionen geführt. Interessanterweise fiel erneut kaum ein Schatten auf Robert Habeck, und die Bündnisgrünen legen unter mal leisem, mal lautem Beifall vieler Medienschaffender in Umfragen sogar wieder zu.

Allgemein wurde erneut Angst massiv ventiliert – das Land stehe nun am Abgrund, weil es keine richtige Regierung mehr habe. Dass der Kanzler dann wegen „Ampel-Aus“ einfach mal seine Reise zur UN-Klimakonferenz COP29 in Baku sausen ließ – vermeintlich wohl, weil sonst hierzulande die Lichter komplett ausgegangen wären: Es gab dazu in Leitmedien kaum ernstes Nachfragen oder gar grundsätzliche Kritik. Stattdessen wurde immer wieder durchgenudelt: Wann stellt Scholz endlich die Vertrauensfrage, inwiefern wusste Lindner womöglich doch vom „D-Day“-Plan?

Mit solchen Oberflächlichkeiten wird das Publikum in Atem gehalten. Auf bestimmte Weise irrational(-e) Ängste schüren und zugleich persönlich Schuld zuweisen – das scheint zunehmend der Modus journalistischen Arbeitens, worauf kluge Köpfe wie u.a. Lukas Meisner zu Recht kritisch hinweisen.

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