Der kriminelle Wochenrückblick

Eine Pistolenfrau in Oberschöneweide und ein redseliger Einbrecher in Moabit

In der zurückliegenden Woche ging es auf den Berliner Straßen wieder brutal zu. Unser Crime-Reporter Andreas Kopietz zieht wie immer seine eigene Bilanz.

3 Min
Auch das gab es: Bei einer Auseinandersetzung zwischen mehreren Personen in Moabit wurden in der Nacht zu Mittwoch an der Berlichingen-, Ecke Huttenstraße zwei Männer durch Messerstiche verletzt.

Auch das gab es: Bei einer Auseinandersetzung zwischen mehreren Personen in Moabit wurden in der Nacht zu Mittwoch an der Berlichingen-, Ecke Huttenstraße zwei Männer durch Messerstiche verletzt.

© Morris Pudwell

Was muss zwischen einem Sohn und seiner Mutter alles vorgefallen sein, dass es zu so einem „Showdown“ kommt? Ein Spezialeinsatzkommando musste die 72-Jährige vor ihrem Sohn beschützen. Schon öfter hatten sich beide lautstark gestritten. Doch am späten Montagabend tauchte der 43-Jährige plötzlich in ihrer Wohnung in Reinickendorf auf, bedrohte seine Mutter mit einer Pistole und forderte Geld. Die Frau konnte jedoch aus der Wohnung flüchten und die Polizei rufen. SEK-Beamte stürmten dann die Wohnung und nahmen den Mann fest.

In einer Kleingartenanlage am Weddinger Charles-Corcelle-Ring kam es in der Vergangenheit vermehrt zu Einbrüchen. Als am Dienstagnachmittag eine Frau ihre Parzelle betrat, sah sie, dass das Vorzelt ihrer Laube geöffnet war. Sie rief hinein. Nun öffnete ein Mann die Tür der von außen begehbaren Toilette und wünschte einen guten Tag. Die Frau konnte den 25-Jährigen in ein Gespräch verwickeln und ihn bis zum Eintreffen der Polizei hinhalten, die ein Bekannter, der ebenfalls bei der Frau war, unauffällig gerufen hatte. Im Gespräch gab der redselige Mann gegenüber der Frau zu, dass er in ihre Laube einbrechen wollte, so wie er es bereits beim Nachbarn getan habe. Dort fanden die Beamten tatsächlich eine aufgebrochene Laube vor.

Am Mittwochabend rief eine 25-jährige Tresenkraft einer Kneipe in Oberschöneweide die Polizei und schilderte, dass sie zuvor von einer Frau bedroht wurde. Demnach hatte eine 42-Jährige die Bar betreten, eine Waffe gezogen, durchgeladen und auf die Angestellte gezielt. Dann verschwand sie wieder. „Unter größtmöglicher Eigensicherung der eingesetzten Kräfte“, wie die Polizei mitteilt, konnte die Verdächtige in der Rathenaustraße festgenommen werden. Die Pistole, die sie am Gürtel trug, war eine echt aussehende Anscheinswaffe aus Plaste. Bei der Polizei wurde der Frau Blut abgenommen, um ihren Alkoholpegel zu messen.

Und wieder verhinderte eine aufmerksame Nachbarin einen Einbruch – diesmal in Fennpfuhl. Die 47-Jährige hörte am Donnerstagvormittag Geräusche aus dem Stockwerk unter ihr. Sie sah, wie sich ein Fremder an einem Fenster zu schaffen machte. Ein weiterer Mann passte auf. Die Frau rief die Polizei, die die beiden festnahm.

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