Minijobber

Krise im Einzelhandel spitzt sich zu: Berlin verliert jeden Monat mehr als 140 Jobs

Der Einzelhandel baut bundesweit Beschäftigung ab. Neue Zahlen zeigen: Auch in Berlin sinkt die Zahl der Arbeitsplätze rasant, vor allem bei Minijobs.

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Der Einzelhandel steht unter Druck: Auch in Berlin ist die Zahl der Beschäftigten gesunken.

Der Einzelhandel steht unter Druck: Auch in Berlin ist die Zahl der Beschäftigten gesunken.

© Andr/imago

Im Berliner Einzelhandel gehen jeden Monat rund 140 Arbeitsplätze verloren. Das geht aus einer Sonderauswertung der Bundesagentur für Arbeit hervor, die der Berliner Zeitung vorliegt. Berlin ist damit Teil einer bundesweiten Entwicklung: In ganz Deutschland ging die Zahl der Beschäftigten im Einzelhandel innerhalb eines Jahres massiv zurück.

Der Handelsverband Deutschland (HDE) betrachtet das mit Sorge. „Wir haben allein in den letzten zwölf Monaten rund 4.000 Arbeitsplätze pro Monat im Einzelhandel verloren“, erklärt Steven Haarke, HDE-Geschäftsführer für Arbeit und Soziales, in einer Mitteilung des Verbands. Zwar beschäftige die Branche bundesweit weiterhin mehr als drei Millionen Menschen, die Tendenz sei jedoch rückläufig.

Handelsverband warnt vor steigenden Arbeitskosten

Ende März 2026 waren in der Hauptstadt noch 115.862 Menschen sozialversicherungspflichtig im Einzelhandel beschäftigt. Ein Jahr zuvor waren es noch 116.671. Das entspricht einem Rückgang um 809 Beschäftigten beziehungsweise 0,7 Prozent. Die Zahl der Minijobs sank innerhalb eines Jahres um 912 auf 23.747. Rechnet man beide Beschäftigungsformen zusammen, verzeichnet der Berliner Einzelhandel innerhalb eines Jahres 1721 Beschäftigungsverhältnisse weniger. Das entspricht durchschnittlich mehr als 140 pro Monat.

Als wesentliche Ursache sieht der Verband die steigenden Arbeitskosten. Neben höheren Sozialversicherungsbeiträgen kritisiert der HDE die wachsenden Kosten für Minijobs und die bevorstehende Anhebung des Mindestlohns auf 14,60 Euro pro Stunde zum Jahreswechsel. Hinzu kämen steigende Bürokratie- und Regulierungskosten.

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Der Verband warnt zudem davor, Minijobs einzuschränken. „Minijobs sind zur Abdeckung der Stoß- und Randzeiten traditionell von herausragender operativer Bedeutung für den gesamten Dienstleistungssektor“, so Haake. Dass gerade die Zahl der Minijobs im Berliner Einzelhandel stärker zurückgegangen ist als die der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten, zeigen die aktuellen Zahlen deutlich.

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