Krisenlösung auf bayerische Art

Sebastian Wolff
2 Min

Als Nieten und Versager haben sich in der Finanzkrise schon viele entpuppt. Doch wie es scheint, haben sie sich in Bayern alle Mühe gegeben, noch einen draufzusetzen: Mit dem Kauf der österreichischen Bank Hypo Group Alpe Adria (HGAA) 2007 ist es der BayernLB in Rekordzeit gelungen, fast vier Milliarden Euro in den Sand zu setzen. Die Bayerische Staatsregierung musste sich natürlich entsetzt zeigen und Ministerpräsident Horst Seehofer kam nicht mehr drum herum, personelle Konsequenzen anzukündigen - woraufhin Bankchef Michael Kemmer prompt zurücktrat. Vielleicht werden in der Bank noch weitere Köpfe rollen.Doch die Politik wäscht ihre Hände in Unschuld. Seehofer zufolge trägt niemand aus der Staatsregierung auch nur einen Teil der Verantwortung für das Desaster. Selbstverständlich ist auch Finanzminister Georg Fahrenschon, immerhin auch Chefaufseher der BayernLB, angeblich über jeden Zweifel erhaben. Seehofers Landtagsfraktionschef, Georg Schmid, pflichtet ihm mit der Bemerkung bei, dass nicht Personen beschädigt werden dürften, die nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt hätten.Doch so zwischen der Verantwortung von Bankern und Politikern zu unterscheiden, ist scheinheilig. Schließlich gehört die BayernLB zu 90 Prozent dem Freistaat. Man kann deshalb davon ausgehen, dass die Landesregierung sehr wohl von Anfang an in den HGAA-Deal involviert war. Gemeinsam wollten Politiker und Banker damals das große Rad drehen. Sie haben sich gewaltig verspekuliert. Der Anstand würde es gebieten, das jetzt wenigstens zuzugeben, statt zur Bauernopfer-Strategie zu greifen.

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