Kritik an Ausschreibungen

Acht Bahnhöfe sollen verkauft werden

Jan
2 Min

Die Deutsche Bahn AG (DB) will in diesem Jahr mindestens weitere acht Brandenburger Bahnhofsgebäude samt Grundstück verkaufen. Öffentlich ausgeschrieben sind die Bahnhöfe in Schulzendorf, Sternebeck (beide Märkisch-Oderland), Crienitz (Elbe-Elster), Melchow (Barnim), Laaske (Prignitz), Netzeband, Dossow (beide Ostprignitz-Ruppin) und Hammelspring (Ukkermark). Seit 1997 sind bereits etwa 20 Gebäude verkauft worden. Sie werden zum Teil gastronomisch genutzt, zum Teil als Wohnhaus oder von Vereinen. "Wir prüfen natürlich vorher, ob wir für den Bahnbetrieb auf die Gebäude verzichten können", sagte DB-Sprecherin Marlene Schwarz. Die bis zu hundert Jahre alten Häuser seien oft überdimensioniert. Kritik an der Form der Ausschreibungen äußerte der Städte- und Gemeindebund Brandenburg. Deren stellvertretender Geschäftsführer Fokke Tjarks sagte, die Deutsche Bahn habe den kommunalen Spitzenverbänden versprochen, mit den Gemeinden Rücksprache zu halten, wenn ein Verkauf ansteht. Diese würden aber oft erst durch die Regionalzeitungen von den Ausschreibungen erfahren, zumal es in kleinen Orten meist keine Flächennutzungs- oder Bebauungspläne gebe. Die Kommunen würden dadurch überrascht und könnten nicht mehr mitreden. "Mangels Geld können die ihr Vorkaufsrecht sowieso kaum wahrnehmen", sagte Tjarks. Aber man brauche die Flächen vor den Bahnhöfen, weil sonst die Autos der Fahrgäste vom Land die Dorfstraßen verstopfen. "Darüber muß vor einer Ausschreibung geredet werden", sagte Tjarks.Marlene Schwarz kündigte an, daß die Bahn AG die Gemeinden künftig auch direkt nach ihrem Angebot fragen werde. "Wir haben kein Interesse daran, die Kommunen nicht einzubeziehen", sagte die DB-Pressesprecherin. (jan.)

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