Kritik an Kandidatenlisten

Linke Frauen fürchten ums Profil

Gerold Büchner
1 Min

BERLIN. In der Partei Die Linke ist ein Konflikt über das frauenpolitische Profil aufgebrochen. Die Vizevorsitzende Katja Kipping forderte, die Linke müsse in der politischen Praxis feministischer werden. "Quer durch alle Ebenen der Partei müssen Frauen stärker vertreten sein", sagte Kipping der Berliner Zeitung. "Was wir für die Gesellschaft fordern, das müssen wir auch in der eigenen Partei praktizieren."Anlass der Kritik ist die Aufstellung der Kandidatenlisten für die Bundestagswahl Ende September. Dabei werde in einigen Landesverbänden die Quotierung in Frage gestellt, die laut Parteisatzung mindestens 50 Prozent Frauenanteil vorsieht, bemängelte das Frauenplenum in der Linksfraktion. Als Negativbeispiel gilt der saarländische Verband von Parteichef Oskar Lafontaine, der auf den ersten vier Plätzen für das Parlament drei Männer nominiert hat - mit Lafontaine an der Spitze. Dies verletze einen politischen Grundsatz der Partei, so das Frauenplenum. Lafontaine und der Ko-Vorsitzende Gregor Gysi sowie die Landeschefs müssten Versuchen, die Satzung zu relativieren, "deutlich entgegen treten". (gbü.)

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