Versorgungskrise

Kuba im Dauer-Blackout: Wie die US-Sanktionspolitik den Alltag einer ganzen Insel lähmt

Stromausfälle von bis zu 20 Stunden täglich, ausfallende Krankenwagen und leere Tanklager. Kuba erlebt eine historische Versorgungskrise. Eine Reportage.

15 Min
Strom, Treibstoff, Medikamente: Kuba gerät in eine humanitäre Notlage.

Strom, Treibstoff, Medikamente: Kuba gerät in eine humanitäre Notlage.

© Ramon Espinosa/AP/dpa

Stellen Sie sich vor: tropische Hitze, 27 Grad oder mehr – und der Strom ist nicht nur kurz weg, sondern fast den ganzen Tag. Der Kühlschrank läuft nur noch selten. Gekochtes Essen verdirbt. Pumpen fallen aus, Wäsche ist von Hand zu waschen, Medikamente verlieren ihre Kühlkette. Selbst Kochen wird zur Improvisation. So geht es derzeit in Kuba zu: nicht als Ausnahme für wenige Stunden, sondern als Alltag für Millionen Menschen. In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Stromausfälle; nun dauern sie vielerorts 20 oder mehr Stunden pro Tag.

Das ist mehr als eine Energiekrise. Ein Land verliert die materiellen Voraussetzungen des Alltags: Licht, Kühlung, Kraftstoff, Trinkwasser, Mobilität, Lebensmittelversorgung und medizinische Hilfe. In einem tropischen Land wie Kuba bedeutet fehlende Elektrizität viel mehr als Dunkelheit: Einfache, normale Tätigkeiten werden zur Überlebensfrage.

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