Versorgungskrise

Hilfsschiff aus Mexiko erreicht Havanna – Trump erhöht Druck auf Kuba

Ein Frachter aus Mexiko und Uruguay hat 1700 Tonnen Lebensmittel nach Havanna gebracht. Es ist die fünfte Hilfslieferung für das krisengeschüttelte Kuba seit Februar.

Lea Brüggemann
Lea Brüggemann
3 Min
Das Frachtschiff Asian Katra kommt in der Bucht von Havanna an.

Das Frachtschiff Asian Katra kommt in der Bucht von Havanna an.

© Ramon Espinosa/dpa

Ein Frachtschiff mit humanitärer Hilfe aus Mexiko und Uruguay ist am Montag im Hafen von Havanna eingetroffen, um die sich zuspitzenden Versorgungskrisen auf Kuba zu lindern. An Bord befinden sich laut Angaben der kubanischen Staatsmedien 1700 Tonnen Getreide, Milchpulver und weitere Lebensmittel sowie Hygieneartikel. Das Schiff war von einem mexikanischen Hafen aus gestartet.

Kubas Minister für Lebensmittelindustrie, Alberto López Díaz, erklärte laut AP, die Lieferung komme „in einer Zeit großer wirtschaftlicher Härte, zugespitzt durch die Verschärfung der von der US-Regierung gegen unser Land verhängten Blockade“. Die Güter sollen „mit größter Verantwortung und Respekt“ verteilt werden, wobei Kinder, ältere Menschen und gefährdete Familien Vorrang hätten.

Fünfte Lieferung der mexikanischen Regierung

Anders als bei vorherigen Lieferungen, die laut der Nachrichtenagentur AFP von der mexikanischen Marine transportiert wurden, kam die Ware diesmal auf einem unter panamaischer Flagge fahrenden Handelsschiff an, wie AFP-Journalisten vor Ort beobachteten. Es handelt sich um die fünfte Hilfslieferung der linksgerichteten mexikanischen Regierung seit Februar. Während frühere Sendungen Mexikos als Geste der Solidarität öffentlichkeitswirksam begleitet wurden, äußerten sich die mexikanischen Behörden laut AP zu dieser Lieferung auffallend zurückhaltend. Das mexikanische Außenministerium und das Präsidialamt reagierten zunächst nicht auf Anfragen.

Am Hafen versammelten sich nach AP-Angaben mehrere Menschen, um die Ankunft des Schiffes zu verfolgen. Der 52-jährige Reiniel Morales sagte der Agentur: „Alles, was hereinkommt, ist gut. Wir müssen einen Weg finden, der Blockade entgegenzuwirken.“ Bisher habe er keine der früheren Hilfslieferungen erhalten, rechne aber damit, dass er „an der Reihe“ sein werde – er versorge seine betagten Eltern. Die 52-jährige Lehrerin Niurvis Fabre sagte gegenüber AP, sie selbst erwarte aufgrund ihres Alters keine Zuteilung, sei aber zufrieden, „solange die Hilfe zu den Menschen gelangt, die sie wirklich brauchen“.

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Hintergrund: Energiekrise und verschärfter US-Druck

Die wirtschaftliche und energetische Lage Kubas hat sich laut AP zugespitzt, seit die USA im Januar in Venezuela einmarschierten und damit kritische Öllieferungen an die Karibikinsel stoppten. Ende Januar drohte US-Präsident Donald Trump zudem mit Zöllen gegen jedes Land, das Kuba mit Öl beliefert. Die Folge sind anhaltender Treibstoffmangel und flächendeckende Stromausfälle.

Parallel zur Ankunft des Hilfsschiffes verschärften die USA am Montag den politischen Druck: Das US-Finanzministerium verhängte nach AFP-Angaben Sanktionen gegen Kubas wichtigsten Geheimdienst sowie neun kubanische Staatsbürger, darunter die Minister für Kommunikation, Energie und Justiz. Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel warnte auf X vor einem „Blutbad mit unkalkulierbaren Folgen“ im Falle eines US-Angriffs, betonte aber, das Land stelle „keine Bedrohung“ dar. Auslöser war laut AFP ein Bericht des US-Portals Axios, wonach Havanna über 300 Militärdrohnen aus Russland und dem Iran beschafft haben soll.

Die Londoner Times kommentierte am Dienstag, CIA-Direktor John Ratcliffe habe bei einem Besuch in Havanna die Schließung chinesischer und russischer Spionagestationen sowie eine Öffnung der Wirtschaft für US-Investitionen gefordert. Die Trump-Regierung – beeinflusst von Außenminister Marco Rubio, Sohn kubanischer Einwanderer – sei laut dem Blatt bereit, 100 Millionen Dollar humanitäre Hilfe über die katholische Kirche bereitzustellen.

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