Kriminalität

Kühlschränke geplündert: Bär verübt Einbruchsserie in Japan

Ein Asiatischer Schwarzbär hält die Kleinstadt Shizukuishi mit Einbrüchen in Häuser in Atem. Fallen, Elektrozäune und Patrouillen sollen weitere Vorfälle verhindern.

Peter Steiniger
Peter Steiniger
3 Min
Asiatischer Schwarzbär: In Shizukuishi suchen die Behörden nach einem Tier, dem 14 Einbrüche zugerechnet werden.

Asiatischer Schwarzbär: In Shizukuishi suchen die Behörden nach einem Tier, dem 14 Einbrüche zugerechnet werden.

© anankkml/imago

In der nordjapanischen Kleinstadt Shizukuishi in der Präfektur Iwate suchen die Behörden nach einem Bären, dem sie 14 Einbrüche binnen zwei Wochen zurechnen. Das berichtete am Mittwoch die japanische Tageszeitung The Japan Times. Beim jüngsten Vorfall drang das Tier in die Küche eines 87-jährigen Bewohners ein und plünderte den Kühlschrank.

Nach einem Bericht des Senders TV Asahi bemerkte die Ehefrau des Mannes am späten Montagabend Geräusche aus der Küche. Als sie nachsah, war ein Teil des Kühlschranks bereits beschädigt. Mehl und Milch lagen verstreut auf dem Boden, auch ein Mülleimer am Hintereingang war durchwühlt. Bereits am Morgen desselben Tages war ein Bär durch den Vordereingang ins Haus gelangt und hatte Zucker aus einem Regal gefressen.

Behörden vermuten dasselbe Tier

Nach Angaben der auf Bären spezialisierten Mitarbeiterin der Naturschutzabteilung der Präfektur Iwate, Shiho Chida, ist es ungewöhnlich, dass ein Bär mehrfach in ein Gebäude eindringt. Es sei möglich, dass es sich um dasselbe Tier handele, zitiert der britische Guardian die Expertin. Man wolle den Bären so schnell wie möglich einfangen. Die Kommune und die Polizei stellten Kastenfallen auf, errichteten Elektrozäune um betroffene Häuser und verstärkten die Patrouillen.

An fünf Orten kam es laut den Berichten zu Einbrüchen, darunter in einer Konditorei, in der das Tier am vergangenen Sonntag Donuts aus dem Kühlschrank holte. Auf einem Bauernhof drang ein Bär viermal in Gebäude ein und fraß milchhaltiges Viehfutter. Ein weiterer Anwohner berichtete dem Guardian, er habe rund 30 Sekunden lang eine Schiebetür zuhalten müssen, während das etwa 1,65 Meter große Tier sich auf die Hinterbeine stellte und dagegen drückte.

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Zunahme von Zwischenfällen mit Bären

Nach Angaben des japanischen Umweltministeriums, die The Japan Times zitiert, wurden seit dem 1. April in Japan mindestens fünf Menschen von Bären getötet, alle in der Region Tohoku. Im vergangenen Haushaltsjahr gab es demnach landesweit 13 tödliche Angriffe.

Fachleute führen die Zunahme auf eine wachsende Bärenpopulation, den Bevölkerungsrückgang in ländlichen Gebieten und Schwankungen im natürlichen Nahrungsangebot zurück. Viele Tiere hätten die Scheu vor Menschen verloren.

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