Kunst, Park und Seenlandschaft gehören dazu

sn
3 Min

Die Wohnanlage Mühlendorf in Teltow (Kanada-Allee, abgehend von der Ruhlsdorfer Straße) inmitten von Wiesen in direkter Nachbarschaft zum renommierten Berliner Ortsteil Zehlendorf anzusehen, lohnt aus mehreren Gründen. Zum einen ist hier gerade eine Ausstellung mit Steinskulpturen des Berliner Künstlers Rudolf J. Kaltenbach in einer Parklandschaft und in einer Galerie eröffnet worden. Zum anderen gibt es ein ökologisches Vorzeigeprojekt - einen See, der aus Regenwasser gespeist wird und vom Landschaftsarchitekten gestaltete Hügel, die aus Erdaushub für die Häuser wachsen. Zum dritten locken interessante sehr unterschiedliche Architektur und die Aussicht, dass ab Herbst neue Galerie- und Loftwohnungen entstehen sollen. Die 15 Arbeiten des Bildhauers Kaltenbach sind bis 30. September mittwochs 18 bis 22 Uhr und am Wochenende 14 bis 20 Uhr in der Galerie und einige Stücke auch jederzeit im Freien zu sehen. Starres Material wie Granit, Kalkstein und Marmor wurde zum Erweichen gebracht, bietet Durchblicke, Rundungen und elegante Schleifen. Ein bearbeiteter Findling vom Potsdamer Platz gab der Schau den Namen: Schwingungen im Raum. In der Galerie hat der Künstler Weizen ausgesät "Mein Brot ist der Stein." Im Herbst wird er im Freien zusammen mit zwei weiteren Künstlern an Objekten arbeiten, die dann hier stehen bleiben.Natur- und Kunstliebhaber sollen im Mühlendorf angesprochen werden. Man wohnt stadtnah im Grünen und Kunstevents sollen zum festen Bestandteil des Lebens gehören, betont Elke Kerkhoff von der Mühlendorf Grundbesitz und Investitionsgesellschaft. Einen Neuanfang nennt sie die jetzigen Bemühungen. Der anfängliche ausländische Investor, der für die kanadischen Straßennamen im Areal sorgte, hatte aufgeben müssen und Projektentwicklung, Vermietung und Verkauf der 1997 begonnenen, viel zu groß angegangenen Anlage waren lange blockiert. Die jetzt hier tätige Gesellschaft spricht davon, dass rund 1000 Wohneinheiten geplant sind. Bisher stehen hier 180, einige Wohnungen sind noch frei. In verschiedenen Sektionen des insgesamt 280 000 Quadratmeter großen Areals finden verschiedene Baustile ihren Platz. Galeriewohnungen in Maisonette-Baustil, Lofts mit über hundert Quadratmeter großen Dachterassen, Reihen- und Doppelhäuser wurden in Anlehnung an italienische und spanische Architektur von einem internationalen Team entwickelt. Häuser bleiben auch individuell planbar. Bei den bisherigen Reihen- und Doppelhäusern gleicht kein Giebel dem anderen, wurde Uniformität tunlichst vermieden. Das Preisgefüge ist günstiger als in Zehlendorf, aber auch nicht billigst. Die Quadratmeterpreise beginnen laut Frau Kerkhoff bei 3500 Mark/m2. Für die Zukunft ist auch an ein Hotel mit Wellness-Anlage gedacht und an einen Park für Vierbeiner. Wesentlicher Bestandteil des neuen Mühlendorfs ist die großzügige Landschaftsplanung. Elke Kerkhoff verspricht weite Grünanlagen, Bachläufe und eine Seenlandschaft, auch Joggingpfade, einen Badesee, Beachvolleyballplätze. Erste Läden laden ein, weitere sollen folgen.Noch nicht ideal ist die Verkehrsanbindung. Zwar ist Zehlensdorfs Mitte nur vier Kilometer entfernt, und man kann mit dem Auto in einer halben Stunde den Ku damm erreichen, aber der Bus zum Bahnhof Zehlendorf verkehrt nur jede Stunde. Buslinien führen auch Richtung Schönefeld oder Tempelhof. Geworben wird mit der künftigen S-Bahn. Eine Station Mühlendorf soll es geben, von der aus in einer halben Stunde Friedrichstraße zu erreichen wäre - frühestens ab Sommer 2003. Zur Überbrückung fährt morgens ein Bus-Shuttle zum S-Bahnhof Zehlendorf bzw. zum U-Bahnhof Oskar-Helene-Heim. (SN)THOMAS NÖBEL So unterschiedlich und mediterran können Doppelhäuser aussehen - im Teltower "Mühlendorf".THOMAS NÖBEL Skulpturen des Bildhauers R. J. Kaltenbach am Ökosee des neuen Wohngebietes "Mühlendorf"

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