Cyberangriff, Besucherschwund, Sparzwang: Der Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden Bernd Ebert steht vor großen Herausforderungen. Trotzdem schwärmt Ebert von der Kulturstadt an der Elbe wie kaum ein anderer. Im Interview erzählt er, warum Dresden international strahlt und was sich in den Museen ändern muss. Auch über Sicherheit, China-Kooperationen und das Residenzschloss spricht er offen. Sein überraschendster Satz: Dresden sei „das bessere Berlin“.
Herr Ebert, Sie sind nun ein gutes Jahr in Dresden, aber Sie haben Anfang der Neunziger schon einmal hier gelebt. Wie gefällt es Ihnen jetzt, wie hat sich die Stadt verändert?
Wir sind jetzt hier im Residenzschloss in Dresden. Die Entscheidung zum Wiederaufbau des im Zweiten Weltkrieg bis auf die Grundmauern ausgebrannten Schlosses fiel schon 1985, nachdem die Semperoper fertiggestellt worden war. Als ich in den Neunzigern in Dresden gelebt habe, war das Taschenbergpalais gegenüber eine Ruine, jetzt ist es ein Fünf-Sterne-Haus. Hinter dem Residenzschloss habe ich immer geparkt, denn die Häuser, die wir sehen, gab es damals noch nicht. Nach so vielen Jahren hier im Residenzschloss im Büro zu sitzen, ist schon sehr besonders. Wie konsequent hier Kultur gefördert wird, und das nicht nur in der barocken Altstadt, beeindruckt mich. Mit der Sammlung von Egidio Marzona im Archiv der Avantgarden im Blockhaus und der Puppentheatersammlung im neuen Kultur- und Kreativzentrum Kraftwerk Mitte hat Sachsen zwei starke Projekte mit viel politischem Einsatz und Mut auf den Weg gebracht und großartig umgesetzt. Bei meinem ersten Besuch dachte ich: Hier ist Dresden das bessere Berlin.
Interview
Dresdens Museumschef: Darum ist Dresden das bessere Berlin
Wir werden die ersten sein, die wieder mit Russland zusammenarbeiten, sagt der Chef der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Bernd Ebert. Und: „Wir repräsentieren Deutschland“.
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Der Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden Bernd Ebert im Residenzschloss.
© Thomas Schlorke für Ostdeutsche Allgemeine
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