Der Mann, der Kurt Krömer ist, der im Wedding aufwuchs und seit 20 Jahren im Fernsehen eigene Shows hat, der mit Hosenträgern und Brille prominente Gäste wie Gregor Gysi und Klaus Wowereit interviewte, der sich mit seiner schnodderigen Art und der Berliner Schnauze in die Herzen seiner Zuschauer flegelte, der Comedy- und Grimme-Preise gewann – wir wussten lange nichts über ihn.
Alleinerziehender Vater von vier Kindern
Bis er sich entschloss, seine Geschichte zu erzählen, zum ersten Mal vor einem Jahr in seiner Sendung „Chez Krömer“. Zu Gast war Comedian Torsten Sträter, der ebenfalls unter einer Depression leidet. Im Gespräch mit ihm öffnete sich Krömer. Sträters offenen Umgang mit dem Thema, auch im eigenen Bühnenprogramm, habe er stets bewundert.
Keine Sendung wie jede andere: Torsten Sträter zu Gast bei Kurt Krömer
© rbb/Daniel Porsdorf
Von Krömer erfahren wir nun nicht nur, dass er lange Zeit sehr krank war. Wir erfahren, dass er alleinerziehender Vater von vier Kindern ist. Dass er eine jahrelange Ärzteodyssee hinter sich hatte, bevor er in eine Berliner Klinik ging, acht Wochen lang. Bis ihm wirklich geholfen werden konnte. Wir erfahren, dass hinter der ach so witzigen Kunstfigur ein Mann steckte, der Herzrasen hatte, Panikattacken, Angstzustände. Der immer wieder in ein tiefes Loch fiel und dann wochenlang nur im Bett liegen konnte. Oder wie Krömer es formuliert: „Die schwarze, schwere Hexe, die nach Kacke stinkt, setzte sich wieder auf meinen Bauch und machte mich bewegungsunfähig.“
„Ende in Sicht“: Ronja von Rönne und die „Scheißkrankheit“ Depression
Gar nicht mal so lustig: Kurt Krömer schreibt über seine Depression
Krömer lässt in seinem Buch nichts aus. Er schreibt von seinen Alkoholproblemen, von Erektionsschwierigkeiten. Davon, wie er plötzlich Vollzeitvater war, sich um seine Kinder kümmern wollte, es aber nicht schaffte, weil die Aufgabe eine zu große war. Wie er sich mehr und mehr der Situation entzog.
Nach außen hin habe er funktioniert. Er habe den Kasper gemacht und Menschen zum Lachen gebracht. Nun wolle er Menschen helfen, die sich in seiner Geschichte vielleicht wiederfinden. Vielleicht denke sich der eine oder andere dadurch: „Ey, die Symptome kommen mir bekannt vor, habe ich auch schon seit Jahren, gehe ich doch mal zum Arzt.“
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]