Im Brandenburger Landtag standen kürzlich nicht nur politische Themen auf der Tagesordnung – im Mittelpunkt einer Aktion standen Teddybären, Plüschhasen und Einhörner. Hinter den bunten Kuscheltieren verbirgt sich eine ernste Botschaft: Der Cottbuser Künstler Martin Schüler, der selbst im Kinderheim aufwuchs, rief dazu auf, Kuscheltiere für seine Installation „Tagesordnung Kindheit“ zu spenden. Ziel der Aktion ist es, auf die steigende Zahl von Kindeswohlgefährdungen in Deutschland aufmerksam zu machen.
Die SPD-Landtagsfraktion beteiligte sich aktiv an der Initiative und sammelte zahlreiche Kuscheltiere. Bilder von Abgeordneten mit Plüschtieren wie einem Riesen-Bären und einem Regenbogen-Einhorn kursierten in den sozialen Medien. Schüler zeigte sich in einem Facebook-Beitrag „unfassbar berührt“, dass sein Aufruf den Landtag erreicht habe. Die gesammelten Kuscheltiere werden Teil einer Ausstellung, die ab dem 11. März in der Landesvertretung Brandenburgs in Berlin zu sehen sein wird.
Die Aktion hat einen ernsten Hintergrund: Laut Statistischem Bundesamt erreichte die Zahl der Kindeswohlgefährdungen im Jahr 2024 einen neuen Höchststand. Jugendämter registrierten bei rund 72.800 Kindern und Jugendlichen Gefährdungen durch Vernachlässigung oder Gewalt – ein Anstieg um 31 Prozent in den letzten fünf Jahren.
Eigene Kindheitserfahrungen verarbeitet
Schüler, der seit Jahren Kuscheltiere auf großformatigen Leinwänden malt, verarbeitet mit seiner Kunst eigene Kindheitserfahrungen. Auf seiner Homepage beschreibt er die Installation als „Mahnmal, hinzusehen, statt Missstände zu verschweigen.“ Kuscheltiere und Bilder können weiterhin beim Kinderschutz Lausitz in Cottbus abgegeben werden. Alle Einsendungen werden Teil der wachsenden Installation, die auf die Notwendigkeit von mehr Kinderschutz hinweist.
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