Ausstellung

Laage: Bundeswehr holt legendären Sowjet-Kampfjet MiG-29 zurück

Eine MiG-29 kehrt nach 20 Jahren nach Laage zurück. Der legendäre DDR-Kampfjet wird demilitarisiert und als Ausstellungsstück präsentiert.

OAZ
3 Min
Ein MiG-29-Kampfflugzeug der Bundesluftwaffe startete im Jahr 1998 zum Trainingsflug in Laage - nun kehrt eine MiG als Ausstellungsstück zurück.

Ein MiG-29-Kampfflugzeug der Bundesluftwaffe startete im Jahr 1998 zum Trainingsflug in Laage - nun kehrt eine MiG als Ausstellungsstück zurück.

© photothek/IMAGO

Nach über zwei Jahrzehnten kehrt ein Stück deutscher Militärgeschichte zurück nach Mecklenburg-Vorpommern: Eine MiG-29, einstiger Stolz der Nationalen Volksarmee (NVA) der DDR und späterer Bestandteil der Bundeswehr, wird künftig als Ausstellungsstück den Fliegerhorst Laage zieren. Es handelt sich um eine zweisitzige Variante des legendären sowjetischen Kampfjets, der nach der Wiedervereinigung Deutschlands zunächst von der Bundeswehr übernommen und 2003 für symbolische einen Euro an Polen abgegeben wurde.

Wie ein Sprecher des Taktischen Luftwaffengeschwaders 73 „Steinhoff“ mitteilte, wird die Maschine nach ihrer Rückführung aus Polen demilitarisiert. Das bedeutet, dass Schleudersitze und Triebwerke entfernt werden, um den Jet fluguntauglich zu machen. Anschließend wird er auf einem Betonsockel auf dem Gelände des Fliegerhorstes aufgestellt. Zum „Tag der Bundeswehr“ am 6. Juni soll der Kampfjet der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Die MiG-29 ist nicht nur ein technisches Meisterwerk, sondern auch ein Symbol für die wechselhafte Geschichte der deutschen Luftwaffe. Ursprünglich von der Sowjetunion entwickelt, erreichte der zweistrahlige Abfangjäger doppelte Schallgeschwindigkeit und galt als besonders wendig, insbesondere im Luftnahkampf. Ein herausragendes Merkmal war das sogenannte Kobra-Manöver, bei dem der Jet abrupt abbremst und so seinen Verfolger geschickt überholen konnte. In der DDR war die MiG-29 ein zentraler Bestandteil der Luftverteidigung. Nach der Wiedervereinigung nutzte die Bundeswehr sie im Rahmen der NATO, unter anderem für Einsätze der „Alarmrotte“ zur Sicherung des deutschen Luftraums. Zudem bot der Jet westlichen Bündnispartnern die Möglichkeit, wertvolle Erfahrungen im Luftkampf zu sammeln.

Einblicke in Technik und Geschichte

Mit der Übergabe an die polnische Luftwaffe im Jahr 2003 schien das Kapitel MiG-29 in Deutschland endgültig abgeschlossen. Die Maschinen blieben jedoch in Betrieb. 2023 lieferte Warschau einige der Kampfjets im Rahmen des Ukraine-Kriegs an Kiew.

Die Rückkehr der MiG-29 nach Laage ist nun auch eine Gelegenheit, die technische und historische Bedeutung des Jets zu würdigen. Sie ergänzt die Sammlung von „Sockelmaschinen“ des Fliegerhorstes, zu der bereits andere historische Modelle wie der F-104 Starfighter und die F-4F Phantom II gehören. Die Ausstellung bietet Besuchern die Möglichkeit, die Entwicklung der Luftwaffe und die Rolle der MiG-29 in der militärischen Geschichte Deutschlands aus nächster Nähe zu erleben.

Mit dem neuen Ausstellungsstück wird die MiG-29 nicht nur als technisches Relikt, sondern auch als Zeugnis einer Zeit präsentiert, in der sich die Luftwaffe neu formieren musste – von der DDR über die Wiedervereinigung bis hin zur Integration in die NATO.

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