Ab dem 1. Oktober 2026 tritt im Kiez rund um den Askanischen Platz die neue Parkzone 58 in Kraft. Bereits im Vorfeld sorgen die dafür notwendigen Veränderungen für Diskussionen unter den Anwohnern. Neben neuen Parkregelungen entstehen zahlreiche Ladezonen sowie zusätzliche Abstellflächen für E-Scooter und Roller. Dadurch fallen weitere Stellplätze weg – in einem Viertel, in dem die Parkplatzsuche bereits zuvor für viele Anwohner zum Alltag gehörte.
Während das Bezirksamt mit den neuen Ladezonen nach eigenem Bekunden vor allem die Voraussetzungen für eine bessere Verkehrsorganisation schaffen will, sehen einige Anwohner die Maßnahmen kritisch. Sie befürchten, dass durch die neuen Flächen wertvoller Parkraum verloren geht. Andere Anwohner und Gewerbetreibende wiederum begrüßen die Ladezonen und sehen darin eine notwendige Verbesserung für den Lieferverkehr.
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Wie unterschiedlich die Einschätzungen ausfallen, zeigt ein Blick auf die Menschen vor Ort.
„Wo bleibt da das Ordnungsamt?“
Eine 77-jährige Anwohnerin begrüßt die Einrichtung von Ladezonen grundsätzlich. Zwar sei sie selbst davon nicht betroffen, da sie über eine eigene Garage verfüge, dennoch halte sie es für sinnvoll, stärker auf die Umwelt Rücksicht zu nehmen.
Gleichzeitig sieht sie jedoch ein weiteres Problem: die ohnehin angespannte Parksituation in den Anwohnerstraßen. „Es kann nicht sein, dass hier alles blockiert wird und Krankenwagen, Polizei, Handwerker und andere Transporter nie Platz finden, um zu parken“, sagt sie.
Sie habe bereits mehrfach Personen darauf hingewiesen, dass bestimmte Bereiche freigehalten werden müssten. Dennoch würden diese Flächen weiterhin zugeparkt. „Sie stellen sich trotzdem alle drauf, obwohl diese Wege frei bleiben sollen“, kritisiert die 77-Jährige.
Für sie stellt sich daher vor allem eine Frage: „Wo bleibt da das Ordnungsamt?“
„Wir hatten noch nie solche Probleme wie jetzt!“
Der 64-jährige Cesar K. lebt bereits seit 40 Jahren in dem Gebiet. Er besitzt zwei Autos, von denen eines als Arbeitsfahrzeug dient. Von den Verkehrsplänen zeigt er sich allerdings wenig begeistert. „Wir hatten noch nie solche Probleme wie jetzt!“, kritisiert er.
Seiner Ansicht nach ist die Maßnahme nicht ausreichend durchdacht worden. Zudem bemängelt er, dass die Anwohner nicht in die Planung einbezogen worden seien. „Das ist keine wirklich überlegte Idee, und die Anwohner wurden nicht mal gefragt“, sagt der 64-Jährige.
Auch die Anzahl der geplanten Ladezonen hält Cesar K. für unverhältnismäßig. „Es gibt hier kaum Geschäfte, sondern überwiegend Wohnungen – also wozu?“, fragt er. Nach Aussage von Cesar K. seien die Anwohner über Jahre hinweg mit der bestehenden Parksituation zurechtgekommen. Nun könnten durch die geplanten Ladezonen schätzungsweise 40 Parkplätze wegfallen. „Das bringt nur Ärger“, befürchtet er.
Als mögliche Lösung schlägt er vor, stattdessen schräge Parkplätze einzurichten. Dadurch könne der vorhandene Platz effizienter genutzt werden und es könnten möglicherweise mehr Fahrzeuge dort parken. „Die Leute sollen überlegen, wie man das besser machen kann und nicht schlechter“, fordert der 64-Jährige. Für ihn bleibt daher vor allem eine Frage offen: „Wer profitiert davon?“
„Es ist jetzt schwieriger geworden, einen Parkplatz zu finden“
Der 76-jährige Asim A. ist ein weiterer Anwohner des Gebiets und zeigt sich ebenfalls unzufrieden mit der Umsetzung der Ladezonen und Flächen für E-Roller. Er lebt seit 39 Jahren in der Gegend und besitzt selbst ein Auto.
„Es ist jetzt schwieriger geworden, einen Parkplatz zu finden“, sagt er. Gleichzeitig kritisiert er, dass regelmäßig Fahrzeuge mit nicht Berliner Kennzeichen auf den Parkplätzen parken würden. Dadurch würden zusätzlich Stellplätze wegfallen, die eigentlich den Anwohnern zur Verfügung stehen.
Auch den Nutzen der neuen Ladezonen stellt Asim A. infrage. Seiner Aussage nach hätten DHL-Fahrzeuge und andere Transporter bereits zuvor überwiegend in der zweiten Reihe gehalten. „Die brauchen nur fünf Minuten, und es sind nur zehn Meter bis zur Tür“, sagt er.
Für den 76-Jährigen hat die Umsetzung vor allem eine Folge: „Die Anwohner wissen einfach nicht, wohin.“
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„Wir sind zufrieden.“
Am Askanischen Platz 4 befindet sich außerdem das Restaurant und die Bar „Bavarian“. Der 64-jährige Ladenbesitzer Jaml A. zeigt sich mit der direkt vor seinem Geschäft eingerichteten Ladezone zufrieden.
Er sagt, dass die Ladezone für sein Geschäft durchaus notwendig sei, da regelmäßig Lieferungen einträfen. Darüber hinaus gebe es in der Straße zahlreiche weitere Geschäfte und Büros, die von den Ladezonen profitieren könnten. „Die Ware ist für uns sehr wichtig“, betont der Ladenbesitzer.
Allerdings befürwortet Jaml A. die Einrichtung von Ladezonen vor allem für seine eigene Straße. Eine Ausweitung auf weitere Straßen, wo hauptsächlich Anwohner leben, hält er nicht für notwendig. Auch bei den geltenden Zeiten sieht er Änderungsbedarf: „Bis 19 Uhr sollte es reichen.“
Vor der Einrichtung der Ladezone sei es nach Aussage des 64-Jährigen häufiger zu Verkehrsbehinderungen auf der Schöneberger Straße gekommen, insbesondere wenn größere Lieferfahrzeuge, etwa ein Getränkelastwagen, ihre Waren anlieferten. „Die Busse konnten nicht mehr durch oder man musste auf der zweiten Spur stehen bleiben“, erinnert er sich.
Das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg konnte zu den aufgeworfenen Fragen bislang noch keine inhaltliche Stellungnahme abgeben. Auf Anfrage teilte das Bezirksamt mit, dass derzeit noch keine Antwort aus dem zuständigen Fachbereich vorliege.
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