Lärm aus zwei Häusern sorgt für Polizeieinsätze

In der Rigaer Straße ist die Ruhe gestört

Louise Brown
2 Min

FRIEDRICHSHAIN. Allabendlich fährt in der Rigaer Straße die Polizei an den beiden bunten Gebäuden mit den Hausnummern 83 und 84 vor. Auseinandersetzungen zwischen Mietern und Einsatzkräften folgen. Die Bewohner der Straße alarmieren die Beamten, weil sie sich durch Lärm aus den beiden Häusern belästigt fühlen. 20 Anzeigen sind seit Ende Juli beim Bezirksamt eingegangen.Die Anwohner sind gereizt, die Bewohner der beiden Häuser fühlen sich dagegen schikaniert, die Geduld der Ordnungskräfte ist strapaziert. Jetzt schaltete sich der Bezirk ein. "Wir wollen mit den Bewohnern Vereinbarungen treffen, um das Problem langfristig zu lösen", sagt Kulturstadtrat Dieter Hildebrandt (PDS). Die angestrebte Lösung sieht so aus: Partys oder Liveauftritte von Bands müssen angemeldet werden, es dürfen maximal 20 Veranstaltungen im Jahr sein, die Lautstärke muss gedrosselt werden. Im Gegenzug werde die vom Bezirk initiierte tägliche Polizeipräsenz eingeschränkt. Die Bewohner des Hauses Nr. 83 haben sich bereit erklärt, eine solche Vereinbarung zu unterschreiben. Sie sprechen von einer ausweglosen Situation: "So geht es jedenfalls nicht mehr weiter", sagt Helge aus der 83. Etwa 40 junge Leute wohnen in dem Haus, das einst besetzt war. Seit 1995 gehört es der Selbstverwalteten Ostberliner Genossenschaft (SOG), alle Bewohner haben mittlerweile ordentliche Mietverträge. Helge gibt zu: "Wir sind manchmal etwas laut". Aber: "Die willkürlichen Polizeiübergriffe sind nicht vertretbar." Zusammen mit seinen Mitbewohnern hat er jeden Einsatz protokolliert: So sollen in der Nacht zum 4. August die Beamten "mit ungewöhnlicher Härte" vorgegangen sein. "Da schlugen sie sogar Gäste in einer gegenüberliegenden Kneipe, obwohl die gar nichts mit dem Einsatz zu tun hatten", sagt Helge. Von Willkür kann laut Polizeisprecherin Christine Schubert überhaupt keine Rede sein. "Wir gehen nur gezielt gegen angezeigte Lärmbelästigung vor", sagt sie. Beschwert hat sich auch Herr G., der seit 1964 in einem Haus gegenüber der Rigaer Straße 83 wohnt. Er ist dort der letzte Mieter, alle anderen sind geflüchtet. "Es sind katastrophale Zustände hier", sagt er. Deshalb will er jetzt auch wegziehen, nach Karlshorst. Er hat Angst vor den Randalen. Dazu der Lärm: "Die Bongotrommeln", sagt er, " treiben mich nachts in den Wahnsinn."

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