"Lärmterror und Katastrophengefahr"

Julia Haak
2 Min

Hätten die Demonstranten am Sonnabendvormittag gewusst, dass am Abend in der Schweiz ein Flugzeug abstürzen würde - ihr Protest wäre vermutlich wütender gewesen. Die Angst vor solch einem Absturz in der Innenstadt oder im dicht besiedelten Berliner Umland ist einer der Gründe, weshalb sich am Sonnabend mehrere tausend Menschen auf dem Bebelplatz zu einer Demonstration versammelten. Sie lehnen den Bau des Großflughafens in Schönefeld ab und verlangen, dass auch Tempelhof und Tegel geschlossen werden. Ihnen geht es dabei vor allem um den Fluglärm, der vom geplanten Großflughafen zu erwarten ist. "Unsere Grundrechte: Leben, Gesundheit, Eigentum" war auf einem der Transparente zu lesen. "Gegen Enteignung unserer Altersvorsorge" auf einem anderen.Die meisten Protestierer waren im Rentenalter. "Ich wohne in Blankenfelde. Dort ist der Fluglärm schon jetzt belastend", sagt der 71 Jahre alte Kurt Förster. Ebenfalls aus Blankenfelde war die 56-jährige Gisela Willuhn zum Protestieren gekommen. "Seit die Baupläne für den Flughafen bekannt wurden, hat sich der Wert unserer Häuser halbiert. Jetzt können wir nicht mal mehr verkaufen und wegziehen, wenn es hier zu laut wird", sagt sie. Sie hatte zur Demonstration ihren Dackel mitgebracht. Er trug das Protestschild der Flughafengegner als Bauchbinde: "Großflughafen Schönefeld Nein". Der Bürgerverein, der den Zug organisierte, spricht sich dafür aus, den Berliner Flugverkehr über Stendal und Leipzig abzuwickeln. Der Vorsitzende Ferdi Breitbach sagte bei der Abschlusskundgebung, es sei unmenschlich tausende Menschen "Lärmterror und Katastrophengefahr" auszusetzen.

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