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„Der Staat will mich zensieren“: Landesmedienanstalt geht gegen „ungeskriptet“-Podcast vor

Die Landesmedienanstalt fordert vom Podcaster Ben Berndt, seine Beiträge zu prüfen. Berndt selbst kritisiert dies scharf.

3 Min
Die Landesmedienanstalt Nordrhein-Westfalen stellt Forderungen an Ben Berndt.

Die Landesmedienanstalt Nordrhein-Westfalen stellt Forderungen an Ben Berndt.

© Privat

Die Landesmedienanstalt Nordrhein-Westfalen hat Ben Berndt, Moderator des Podcasts „Ungeskriptet“ dazu aufgefordert, seine Folge mit dem AfD-Politiker Björn Höcke nachträglich zu bearbeiten. Wie Berndt in einem Beitrag auf der Plattform X mitteilte, erhielt er ein Schreiben der Landesmedienanstalt Nordrhein-Westfalen mit dem Motto „Meinungsfreiheit verpflichtet“. 

„Wir bitten Sie, ihre gesamten Angebote auf die Einhaltung der journalistischen Sorgfalt hin zu prüfen und diese bei zukünftigen Beiträgen zu beachten“, zitiert Berndt das Schreiben. „Du bist Journalist, du musst das machen was wir sagen“, interpretierte er den Brief der Landesmedienanstalt. Weiter kommentierte Berndt, „der Staat will mich zensieren“.

Boykottaufrufe gegen Ben Berndt wegen Höcke-Interview

In einem später auf YouTube veröffentlichten Video erklärte Berndt weiter, dies sei angesichts der Länge seiner Podcast-Episoden und der Anzahl der Folgen nicht zu leisten. Er habe den Anwalt Joachim Steinhöfel kontaktiert, der ihn in dieser Sache nun vertrete. „Ich werde mir das absolut nicht bieten lassen“, so Berndt. Er würde sich der „absolut willkürlichen Forderung“ nicht beugen.

Es ist nicht das erste Mal, dass Berndt ins Visier der Politik gerät. Nach Erscheinen seiner Podcastfolge mit Höcke im April forderte die frühere SPD-Vorsitzende Saskia Esken in einem Video auf Instagram Unternehmen dazu auf, den Podcast aufgrund dieser Folge zu boykottieren. „Blacklisting wirkt“, so Esken. Die Folge mit dem AfD-Politiker hat mittlerweile über sechs Millionen Aufrufe.

Auch der Verleger der Berliner Zeitung und der Ostdeutschen Allgemeinen Zeitung, Holger Friedrich, war in dem Format zu Gast, ebenso die Politikressortleiterin der Berliner Zeitung und Ostdeutschen Allgemeinen Sophie-Marie Schulz. Andere Gäste waren beispielsweise der Fraktionsvorsitzende der Linken im Bundestag und ehemalige Greenpeace-Campaigner Jan van Aken.

Bei den Landesmedienanstalten handelt es sich um eine öffentliche Aufsichtsbehörde, die in den deutschen Bundesländern den privaten Rundfunk (Radio und Fernsehen) sowie Online-Medien und Telemedien reguliert. Unter anderem erteilt sie Lizenzen für private Fernseh- und Radiosender. Auch Plattformen, Mediatheken, Soziale Netzwerke und große Influencer-Formate werden von den Landesmedienanstalten beobachtet. In Deutschland gibt es 14 Landesmedienanstalten. Die gesetzliche Grundlage hierfür bilden der Medienstaatsvertrag und die jeweiligen Landesmediengesetze.

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Immer wieder gibt es Kritik an der Anzahl der Landesmedienanstalten. Dazu gehören Vorwürfe über intransparente Ausgaben. Der Sächsische Rechnungshof kritisierte die Landesmedienanstalt auch in Bezug auf hohe interne Gehälter und Immobilienkäufe.


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