Im ARD-Sommerinterview mit Moderator Matthias Deiß lieferte Vizekanzler und Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) eine Performance ab, die man wohlwollend als pragmatisch bezeichnen könnte. Bei genauerem Hinsehen erinnerte sie jedoch eher an einen Entfesselungskünstler, der sich in seinen eigenen Knoten verheddert hat.
Während Friedrich Merz sich auf Instagram bereits als „Reformkanzler“ inszeniert und in Zeitlupe durch die politische Landschaft schreitet, versucht Klingbeil das nächste Kunststück. Er will gleichzeitig die Rentenbeiträge erhöhen, Familien entlasten und gesunde Menschen zum Arzt schicken, um Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen nachträglich zu erbetteln. Mit mäßigem Erfolg.
ARD-Sommerinterview
Putin und Deutschlands Rekordschulden: Klingbeil verliert sich in abenteuerlichen Prognosen
Der Finanzminister versucht den Spagat zwischen SPD-Wünschen und Koalitionskompromissen. Das Ergebnis ist eine Lehrstunde in politischer Paradoxie. Ein Kommentar.
5 Min
Link kopiert
Die Artikel-URL wurde erfolgreich in Ihrer Zwischenablage gespeichert.
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) im ARD-Sommerinterview: „Ich bin evangelisch und wusste nicht, wie das mit dem Papst ist.“
© Christophe Gateau
Werden Sie Teil des Ostablishments.
Sie haben bereits ein O+ Abo?
*