Schuldenstaat

Willkommen im Mezzogiorno! Klingbeils Haushalt besiegelt den Abstieg in die Liga der Schuldenländer

Das Reiseziel war bekannt. Finanzpolitisch sind Merz und Klingbeil nun am Mittelmeer angekommen. Sie wollen sich dort dauerhaft niederlassen. Die Chronik des Abstiegs.

6 Min
Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) steht das Wasser bis zum Hals.

Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) steht das Wasser bis zum Hals.

© Jens Büttner

Ende April wollte Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) laut seiner Grobplanung für nächstes Jahr noch 543 Milliarden Euro ausgeben. Jetzt sollen es doch eher 555 Milliarden sein, steht in seinem Haushaltsentwurf. Das mit dem Sparen hat wohl nicht so geklappt, wie sich die Koalition das vorgestellt hat. Das war absehbar. Doch damit spielt Deutschland nun endgültig in einer anderen Liga. Die Bundesrepublik kickt nun in südlichen Gefilden.

Am Mittelmeer ist es zwar immer schön warm und man liebt es als Deutscher, dort den Urlaub zu verbringen. Gleichzeitig hatte man immer ein spöttisches Kopfschütteln für die Griechen, Italiener und Franzosen übrig, wenn es um deren Haushaltsführung und Finanzpolitik ging. Doch der mediterrane Schlendrian in Sachen Geld ist über die Jahre auch eine deutsche Eigenart geworden, ebenso wie unpünktliche Züge oder bröckelnde Brücken. Der Abstieg Preußens in den Mezzogiorno begann spätestens 2013.

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