Lausitzer Seenland: Geflutete Tagebaue sollen bis 2015 verbunden werden / Erster Kanal eingeweiht

Schippern und Surfen fast ohne Ende

Susanne Rost
3 Min

SENFTENBERG. Die Mecklenburger Seenplatte bekommt Konkurrenz - zumindest will das "Lausitzer Seenland" einmal eine ähnliche und ebenso beliebte Ferienregion werden. Bis 2015 sollen neun geflutete Tagebaue zwischen dem brandenburgischen Großräschen und dem sächsischen Hoyerswerda miteinander verbunden werden. Am Dienstag wurde der erste Kanal eingeweiht - der gut ein Kilometer lange und mit Schiffen befahrbare Wasserweg verbindet die entstehenden Seen in den einstigen Tagebauen Koschen und Skado miteinander. "Das ist der Startschuss für die touristische Entwicklung der Lausitzer Seenkette", sagte Sachsens Wirtschaftsstaatssekretärin Andrea Fischer. Mit dem "Barbara-Kanal" getauften Bauwerk sei eine wesentliche Voraussetzung dafür geschaffen, dass der Traum von der neuen Urlauberregion "Lausitzer Seenland" in Erfüllung gehen könne, sagte Brandenburgs Umweltstaatssekretär Friedhelm Schmitz-Jersch. Der Traum ist nicht neu: Bereits 1965 entwickelte der Landschaftsplaner Otto Rindt die Idee einer Seenkette in der Lausitz. Rindt träumte davon, sechs Restlöcher nach ihrer Flutung miteinander zu verbinden: das Senftenberger, das Koschener, das Skadoer, das Sedlitzer, das Meuroer und das Ilse-Loch. Die jetzigen Planungen gehen sogar noch weiter und beziehen die einstigen Tagebaue Bluna-Spreetal, Burghammer und Scheibe mit ein. Otto Rindt erlebt nicht mehr mit, wie sein Traum Realität wird: Er starb 1994 im Alter von 88 Jahren. Auf ihn geht auch der Senftenberger See zurück, der früher ebenfalls ein Tagebau war und der in diesem Sommer seinen 30. "Geburtstag" feierte. Auch der Senftenberger See soll einmal - so sieht es zumindest die Planung vor - das neunte Gewässer des "Lausitzer Seenlandes" werden. Allerdings ist dies das schwierigste und teuerste Unterfangen des ganzen Projektes, sagt Uwe Steinkühler, der Pressesprecher der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbauverwaltungsgesellschaft (LMBV). Das bundeseigene Unternehmen rekultiviert einstige Tagebauflächen und ist auch für das brandenburgisch-sächsische "Seenland" zuständig. Schwierig ist der Anschluss des Senftenberger Sees aus zwei Gründen: Sein Wasserspiegel ist niedriger als die der anderen, derzeit entstehenden Seen. Außerdem müsste der Verbindungskanal eine Bundesstraße und die Schwarze Elster kreuzen. Ob dafür einmal genügend Geld vorhanden sein wird, ist noch unklar. Ohne dieses Gewässer umfasst das Neu-See-Land nach LMBV-Angaben 7 000 Hektar Wasserfläche.Am Dienstag wurde nicht nur der erste Kanal samt Brücke und Wehr eingeweiht: Sachsen beauftragte die LMBV zugleich mit dem nächsten Bauwerk, das die Seen in den Ex-Tagebauen Skado und Spreetal/Bluno miteinander verbinden soll. Für Brandenburg plant die LMBV bereits die Verbindung zwischen Sedlitzer und Ilse-See. Der "Barbara-Kanal" wird allerdings erst in sechs Jahren für Bootskapitäne und Surfer nutzbar sein. Erst dann sind die Seen komplett geflutet, sagt LMBV-Pressesprecher Uwe Steinkühler. Derzeit diene das Bauwerk hauptsächlich dazu, Wasser vom Koschener Restloch, dessen Flutung fortgeschritten ist, in das Restloch Skado zu leiten.Mit der Mecklenburger Seenplatte ist das "Lausitzer Seenland" allerdings nur bedingt vergleichbar. Das Vorbild im Süden Mecklenburgs umfasst rund 1 000 Seen.Etwa 7 000 Hektar Wasserfläche // Größe: Acht Tagebau-Restlöcher in Brandenburg und in Sachsen, die derzeit geflutet werden, sollen mit Kanälen zum "Lausitzer Seenland" verbunden werden. Unklar ist, ob auch der Senftenberger See - vor 30 Jahren aus einem Tagebau entstanden - angeschlossen wird.Lage: Das "Seenland" erstreckt sich zwischen Großräschen und Hoyerswerda und wird einmal 7 000 Hektar Wasserfläche haben.Zeitplan: Der erste Kanal wurde am Dienstag eingeweiht, bis 2015 sollen alle Restlöcher miteinander verbunden sein.Zwischenphase: Zunächst entstehen zwei voneinander unabhängige Seenketten: aus den Restlöchern Sedlitz/Skado/Koschen und Spreetal/Bluno.Mehr Infos unter www. lmbv. de.BERLINER ZEITUNG/MARKUS KLUGER Lausitzer Seenland: Fünf geflutete Tagebau-Restlöcher in Brandenburg sollen verbunden werden.

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