Es gibt Zeiten, die reißen alles in ihren Strudel. In ihnen klingt ein Bekenntnis zur Kunstfreiheit, wie es Meron Mendel in seiner Festrede zum 75-jährigen Bestehen der Berliner Festspiele am Freitag in der Philharmonie formulierte, wie eine Erinnerung an selige Zeiten. Ob man der von Mendel beschriebenen Vereinnahmung der Kunst durch eine von der AfD halluzinierte „patriotische Kultur“ oder durch die enge Zusammenarbeit des Staatskulturministers mit dem Verfassungsschutz damit etwas entgegensetzt – diese Erwartung wurde vom Konzert selbst enttäuscht.
Der Komponist György Ligeti hat Terrorherrschaft sowohl der Nazis als auch der Kommunisten erduldet und stand seitdem fest zur „offenen Gesellschaft“ Karl Poppers. Politisch explizit geworden ist er in seiner Musik nie.
Auch nicht in seiner „Anti-Anti-Oper“ auf einen absurden Text Michel de Ghelderodes: „Le Grand Macabre“ handelt von einem angekündigten und dann doch nicht stattfindenden Weltuntergang in einem kleinen Ort. Nekrotzar sammelt mit seiner Unheilsbotschaft Anhänger hinter sich, Fürst Go-Go hat andere Probleme, und zwei junge Menschen bemerken im Geschlechtsrausch nichts von alledem.
Klassik
„Le Grand Macabre“ von Ligeti: Das Musikfest eröffnet mit Reden und Furzgeräuschen
Zum 75. Jubiläum der Berliner Festspiele eröffnet eine schrille Anti-Oper über einen ausbleibenden Weltuntergang das Musikfest Berlin. Die Kritik.
3 Min
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Der Helsinki Chamber Choir
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