Spandau

Leben in der Obstallee: Zwischen Heizungsproblemen, Müll und unerfüllten Hoffnungen

In der Spandauer Obstallee klagen Bewohner über Müll, defekte Einrichtungen und Heizungsprobleme. Liane K. (70) berichtet von ihren Erfahrungen.

Alexandra Gretschichin
Alexandra Gretschichin
6 Min
Vermüllte Grünflächen direkt vor den Wohnhäusern: In der Obstallee wird das Ausmaß der Verschmutzung deutlich sichtbar. Zurückgelassener Abfall sorgt bei den Bewohnern zunehmend für Unzufriedenheit.

Vermüllte Grünflächen direkt vor den Wohnhäusern: In der Obstallee wird das Ausmaß der Verschmutzung deutlich sichtbar. Zurückgelassener Abfall sorgt bei den Bewohnern zunehmend für Unzufriedenheit.

© Liane K.

In der Spandauer Obstallee leben viele Menschen seit Jahren in ihren Wohnungen. Die Umgebung hat sich im Laufe der Zeit verändert, es häufen sich bei einigen Bewohnern die Beschwerden über den Zustand der Häuser und Außenanlagen. Defekte Einrichtungen, Müll und Probleme mit der Instandhaltung gehören für manche inzwischen zum Alltag. Eine von ihnen ist Liane K. (70), die bereits seit 2008 in der Obstallee wohnt. Sie sagt: „Früher sah hier alles noch ganz anders aus.“

Liane K. ist damals aufgrund familiärer Veränderungen in die Obstallee gezogen. Seit mittlerweile 18 Jahren lebt sie dort. An größere Probleme kann sie sich aus der Anfangszeit kaum erinnern. „Die Umgebung und das Haus sahen damals noch nicht so schlimm aus“, erzählt sie. Die Zustände von früher seien mit denen von heute kaum noch zu vergleichen. „Das Haus war sauber und die Fahrstühle haben alle funktioniert.“

In ihrer Wohnung gab es in diesem Jahr erstmals Probleme mit der Heizung. Fast den gesamten Oktober über habe diese nicht richtig funktioniert. Mittlerweile sei das Problem allerdings behoben und ihre Wohnung wieder warm. Doch die Heizung ist längst nicht ihre einzige Sorge. Vor allem die Vermüllung und die ausbleibenden Reparaturen im Haus beschäftigen sie. Ein Beispiel dafür ist die Eingangstür des Gebäudes. Diese sei aus Sicherheitsgründen abgeklebt worden, damit sich niemand an Glassplittern verletze, erklärt die 70-Jährige. Dieser Zustand halte jedoch bereits seit ungefähr drei Wochen an. Wie es überhaupt dazu gekommen sei, könne sie selbst nicht genau sagen. „Vielleicht hat jemand versucht, hier reinzukommen?“, vermutet sie vorsichtig. Für sie steht jedenfalls fest: „Eigentlich müsste man die Tür mal reparieren.“

Auch auf Besucher macht das Gebäude offenbar keinen besonders guten Eindruck. Im ersten Stock befindet sich eine Augenarztpraxis, deren Besucher ebenfalls durch den Eingangsbereich und das Treppenhaus kommen. Das ist Liane K. unangenehm. „Da schäme ich mich einfach. Auch wenn Bekannte oder Familienangehörige vorbeikommen, wird uns immer gesagt, wie furchtbar es hier aussieht.“

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