Betrugsvorwurf

Lehrerin 17 Jahre krankgeschrieben – jetzt Anklage wegen 248.000 Euro

Eine Lehrerin an einem Berufskolleg war seit 2009 nicht mehr im Dienst – bezog aber weiter ihre Bezüge. Nun hat die Staatsanwaltschaft Anklage erhoben.

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Eine dauerkranke Lehrerin aus NRW wird nun wegen Betrugs angeklagt.

Eine dauerkranke Lehrerin aus NRW wird nun wegen Betrugs angeklagt.

© Caroline Seidel-Dißmannel/dpa

Eine seit rund 17 Jahren krankgeschriebene Lehrerin ist wegen Betrugs und Urkundenfälschung angeklagt worden. Ihr werde vorgeworfen, rund 248.000 Euro zu Unrecht erhalten zu haben, teilte die Staatsanwaltschaft Duisburg am Dienstag mit. Im Fall einer Verurteilung droht der Frau theoretisch eine mehrjährige Haftstrafe. Zu den Vorwürfen habe sich die Pädagogin bislang nicht geäußert. Es gilt die Unschuldsvermutung. Zuvor hatte die Rheinische Post berichtet.

Die Lehrerin hatte seit 2009 nicht mehr unterrichtet, aber weiter ihre Bezüge bezogen. Immer wieder ließ sie sich krankschreiben, ohne dass das Land eingriff und eine amtsärztliche Untersuchung einforderte. Deshalb wurde bereits ein Disziplinarverfahren gegen die Frau und einen Mitarbeiter der zuständigen Bezirksregierung eröffnet.

Streit um Versetzung in den Ruhestand

Die Pädagogin wurde vom Land in den Ruhestand versetzt, wogegen sie sich juristisch wehrt. Das Disziplinarverfahren ruht nach früheren Angaben, bis im Strafverfahren eine Entscheidung vorliegt.

Die Anklageschrift bezieht sich laut Staatsanwaltschaft nur auf den Zeitraum zwischen März 2021 und März 2025. Für die Zeit davor seien die Vorwürfe bereits verjährt. In diesem Zeitraum soll die Frau ihrer Schule zehn unzutreffende Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen vorgelegt haben. Tatsächlich sei ihr bewusst gewesen, dass sie arbeitsfähig war, so die Behörde.

Gefälschte Tauchtauglichkeitsbescheinigungen

Der Vorwurf der Urkundenfälschung kommt hinzu, weil die Lehrerin laut Staatsanwaltschaft als aktive Tauchsportlerin zwei Tauchtauglichkeitsbescheinigungen unter dem Namen einer nicht existenten Ärztin selbst ausgestellt haben soll.

Im März hatte die Staatsanwaltschaft über eine Hausdurchsuchung bei der Frau berichtet. Die Ermittler prüften auch Hinweise, nach denen die angeblich dienstunfähige Lehrerin parallel als Heilpraktikerin gearbeitet und an einem Gründungswettbewerb teilgenommen haben soll. Dafür hätten sich jedoch keine konkreten Anhaltspunkte ergeben, teilte die Staatsanwaltschaft mit. (mit dpa)

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