Der mutmaßliche Amokfahrer von Leipzig soll seine Tat bereits Wochen zuvor in einer Nachricht an seine frühere Partnerin angedeutet haben. Der Polizei wurde die Drohung nach eigenen Angaben aber erst nach der Fahrt bekannt.
Der mutmaßliche Amokfahrer von Leipzig hat seine Tat nach Erkenntnissen der Ermittler offenbar im Vorfeld angekündigt. In einer Chatnachricht an seine Ex-Partnerin habe der 33-Jährige sinngemäß geschrieben, es sei „lange kein Auto mehr in eine Menschenmenge gefahren“, berichteten mehrere Medien übereinstimmend. Polizeisprecher Olaf Hoppe sagte dem MDR, die Nachricht sei den Beamten erst im Zuge der Ermittlungen nach der Tat vom vergangenen Montag bekannt geworden.
Die Ex-Partnerin hatte den Deutschen zuvor wegen mehrfacher Bedrohung angezeigt. Im April habe es daraufhin ein sogenanntes Interventionsgespräch bei der Polizei gegeben, bestätigte Hoppe. „Er hat sich im April bei der Polizei gemeldet und im Kontext seiner Aussagen ist dann eine Einlieferung ins Fachkrankenhaus erfolgt“, sagte der Polizeisprecher. Zu Inhalten des Gesprächs äußerte er sich mit Verweis auf das laufende Verfahren nicht.
Klinik sah keine akute Gefährdung
Das sächsische Sozialministerium teilte auf Anfrage des MDR mit, der Mann sei Ende April aus der psychiatrischen Klinik entlassen worden. „Während der Zeit dieses Aufenthalts in der Klinik bestand keine Eigen- oder Fremdgefährdung“, hieß es. Es habe „keine medizinischen Gründe“ gegeben, ihn am Verlassen der Einrichtung zu hindern oder ihn gegen seinen Willen festzuhalten. Der Aufenthalt sei freiwillig erfolgt.
Begutachtung in der Psychiatrie
Der 33-Jährige ist derzeit auf richterliche Anordnung in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wird davon ausgegangen, dass er bei der Tat in einem Zustand erheblich verminderter Schuldfähigkeit handelte. Der Beschuldigte soll forensisch-psychiatrisch begutachtet werden. Abhängig vom Ergebnis könne die Unterbringung in der Psychiatrie in einen Haftbefehl umgewandelt werden, hieß es.
Bei der Fahrt in die Leipziger Innenstadt am 4. Mai 2026 waren zwei Menschen getötet und sechs weitere verletzt worden. Hinweise auf ein politisches oder religiöses Motiv gibt es nach Angaben der Ermittler nicht; sie gehen von einem Einzeltäter aus. Die Behörden prüfen nach Medienberichten, ob die Tat geplant war und ob Warnsignale übersehen wurden.
Amokfahrt in Leipzig: Tote und Verletzte, was bisher bekannt ist
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