Der 31. Leipziger Opernball verwandelte das Opernhaus am vergangenen Wochenende wieder in den elegantesten Laufsteg Sachsens. Unter dem diesjährigen Motto „Kalispéra, Thessaloniki!“ holte die Veranstaltung mediterranes Flair mitten in den nasskalten deutschen Herbst. Das Who's Who aus Prominenz, Wirtschaft und Kultur versammelte sich, um die langjährige Städtepartnerschaft zwischen Leipzig und der griechischen Metropole in einer rauschenden Ballnacht zu zelebrieren.
Der traditionelle Dresscode des Abends „Black Tie“ ließ dabei keinen Spielraum für modische Zurückhaltung: Während die Herren im klassischen Smoking oder Frack zu glänzen hatten, verlangte das Protokoll von den Damen die ganz große Abendrobe – bodenlang, glamourös und bühnenreif.
Auf dem roten Teppich wurde schnell klar: Viele Gäste haben sich für dieses gesellschaftliche Highlight des Jahres mächtig in Schale geworfen. Doch nicht jeder konnte mit seiner Outfit-Wahl einen modischen Volltreffer landen.
Denn wie so oft im Scheinwerferlicht zeigt sich auch in Leipzig: Es gehört leider einiges mehr dazu, als nur stur die Regeln des Dresscodes zu erfüllen. Wahre Eleganz liegt im Detail, im harmonischen Zusammenspiel der Accessoires und im Gespür für den eigenen Typ – und genau an diesen Feinheiten scheiterte so mancher ambitionierte Look. Lesen Sie hier von den modischen Tops und Flops des Abends.
Flop: Simone Thomalla entsprach dem Dresscode des Abends allemal: „Black Tie“ gab der Veranstalter vor, also für die Damen ein bodenlanges Abendkleid oder eine schulterfreie Robe. Bodenlang, schulterfrei und elegant hakt die Schauspielerin in ihrem schwarzen, pompösen Prinzessinnenkleid von Óscar de la Renta souverän von der Liste ab. Der glänzende Stoff und die transparenten schwarzen Ärmel mit Aussparung für die Daumen wirken jedoch nicht ganz so glamourös. Die kleine pinke Tasche von Dior in ihrer Hand lässt die feine Waage zwischen Kitsch und Eleganz dann leider endgültig kippen.
© IMAGO/Matthias Wehnert
Top: Zwischen glitzernden Abendkleidern und Tüllbahnen sorgte der Rabanne-Look der Sängerin Lotte für frischen Wind auf dem Ball. Sie entschied sich für ein weißes Seidenkleid mit Spitzendetails, das fließend an ihr herabfiel. Als einzige Accessoires kombinierte sie dazu eine schwarze Sonnenbrille und eine ebenfalls schwarze Clutch. Für uns ist klar: Die 31-Jährige trug den Coolness-Faktor des Abends auf ihren Schultern.
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Flop: Der No-Angels-Star Jessica Wahls erschien im roséfarbenen Ballkleid mit Spaghettiträgern, Glitzerbesatz am Oberteil und einem Tüllrock in A-Linie. Ein stimmiger Look, wenn er denn nicht so stark an ein Abiballkleid erinnern würde. Mit der Kombination aus Tüll und Glitzerblümchen wirkt der Look der 49-Jährigen etwas zu verspielt für den Anlass. Dazu sitzt die Korsage mit den dünnen Trägern nicht ganz so gut, wie sie könnte. Trotz des guten Ansatzes bleibt der große Ballroben-Auftritt am Ende leider aus.
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Flop: „Das Motto beim Opernball ist Griechenland – und ich dachte mir: Einer muss ja die Sonne mitbringen“, so die Sängerin Marie Eilfeld auf Instagram über ihr Kleid des Abends. Angesichts des grauen Wetters an diesem Wochenende ein netter Gedanke. Sie wählte ein zartgelbes Kleid mit fließendem Rock und transparenter Korsage mit Glitzerbesatz. Dazu kombinierte sie eine ebenfalls gelbe Tasche. Ein echter Lichtblick, wenn nicht auch dieses Kleid an das einer 19-jährigen Abiturientin erinnern würde. Pluspunkte gibt es von uns aber für die nette Geste.
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Top: Jenny Elvers hat auf diesem Foto zwar nur Augen für Sohnemann Paul Jolig, dabei dürfte sie ihm an diesem Abend die Show gestohlen haben. Elvers setzte auf einen Traum aus raffiniert drapiertem Tüll, Glitzer und Spitze im Meerjungfrauenschnitt. Einzig die Colgate-weißen Handschuhe wirken wie aus der Kostümkiste gegriffen – hier empfiehlt es sich, beim nächsten Mal auf einen subtileren Farbton zu setzen, der die gedeckte Farbpalette des Kleides aufgreift.
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Flop: Claudia Obert setzte auf eine enganliegende, bodenlange nachtblaue Robe mit Korsett-Bustier und Strass, Pailletten und Glitzer – viel Bling, Bling, aber dennoch zurückhaltend genug, um nicht überladen zu wirken. Auch gegen die silbernen Accessoires ist nichts einzuwenden. Einzig beim Make-up ist bei der 65-Jährigen wohl etwas schiefgelaufen. Der sommerliche Teint endet abrupt am Kinn und mündet dort in eine wenig vornehme Blässe, die maskenhaft wirkt – da hat wohl in der Maske jemand nicht mit einem Blitzlicht-Gewitter gerechnet.
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Top/Flop: Verena Kerth genoss ihren märchenhaften Auftritt sichtlich – und das zu Recht. Der blaugraue Ton ihres Cinderella-Kleides schmeichelt ihr, dazu die fein drapierten Applikationen, die ihre Figur betonen, und der Leipziger Wind, der ihr Cape anmutig wehen lässt: Besser kann's kaum laufen. Kleine Abzüge in der B-Note gibt es allerdings für die Kettenverzierung am Dekolleté, die den Look etwas überladen wirken lässt. Und auch ihr Make-up scheint zu hell für ihren gebräunten Hautton. Es wirkt, als wären die Damen make-up-technisch schon im Winter angekommen, während der Teint noch in Sommerstimmung ist. Ein Fauxpas, der leicht zu vermeiden ist.
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