Die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) haben nach elf Tagen Ausnahmezustand die Rückkehr zum regulären Straßenbahnbetrieb angekündigt. Von Donnerstag an gelte auf allen Linien wieder der normale Fahrplan, teilte LVB-Geschäftsführer Ulf Middelberg mit.
Am vorletzten Wochenende war der Trambetrieb in Sachsens größter Stadt vollständig ausgesetzt worden. Grund waren nach Angaben der LVB Temperaturen um 40 Grad, die vielerorts die Fugenmasse zwischen den Schienen aufweichten. Die Straßenbahnen drückten diese Masse heraus und verteilten sie mit ihren Rädern auf Schienen und Weichen – teils bis zu fünf Millimeter dick. Anschließend härtete das Material wieder aus, verklebte die Gleise und beschädigte auch Fahrzeuge.
Nach Angaben Middelbergs wurden 30 Kilometer verunreinigte Gleise gereinigt und 150 Weichen instand gesetzt. „Ein enormer Kraftakt, den rund 1500 Mitarbeiter der LVB und der Leipziger Gruppe sowie 550 freiwillige Helfer in gemeinsamer Anstrengung gestemmt haben", erklärte der Geschäftsführer. Für die genaue Ursachenforschung habe die LVB ein Gutachten beim TÜV Süd Rail in Auftrag gegeben.
Hitzeplan in Arbeit
Für kommende Hitzeperioden hat das Unternehmen nach eigenen Angaben mehrere Handlungsoptionen erarbeitet. In Abstimmung mit dem Gutachter soll dann entschieden werden, ob die Fugen abgestreut oder mit Wasser gekühlt, einzelne Linien aus dem Netz genommen, Strecken gesperrt oder Busse von den Gleisen ferngehalten werden müssen.
„Der Hochsommer kommt erst noch. Um die Sicherheit zu gewährleisten und um Schäden zu vermeiden, bleibt das Szenario eines eingeschränkten Verkehrs weiterhin eine Option“, betonte Middelberg. Darüber hinaus solle ein langfristiger Hitzeplan entwickelt werden. (mit dpa)
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