Lernunfähig im Weißen Haus

Roland Heine
2 Min

Begründeten Anlass, an der Lernfähigkeit von George W. Bush zu zweifeln, gab es in den letzten Jahren zur Genüge. Ob Afghanistan oder Irak - trotz offensichtlicher Erfolglosigkeit auch nach Washingtoner Maßstäben, trotz zahlloser ziviler Opfer und tausender getöteter US-Soldaten hält der amerikanische Präsident an seinem Kriegskurs fest. Am Wochenende nun wurde ein weiteres Beispiel bekannt: Medienberichten zufolge hat die US-Regierung beschlossen, Rüstungsgüter im Umfang von Dutzenden Milliarden Dollar in die gefährlichste Krisenregion der Welt zu liefern, in den Nahen Osten. Begründet wird das Vorhaben mit der Notwendigkeit, gemäßigte Nachbarländer des Irans wegen des wachsenden Einflusses Teherans zu stärken.Jedem, der sich auch nur ein bisschen mit der Geschichte der Region befasst hat, klingen bei diesem Plan die Ohren. Denn es war genau derselbe politische Ansatz, mit dem die USA nach dem Sieg der iranischen Revolution im Jahr 1979 die Aufrüstung des Nachbarlandes Irak unter Saddam Hussein förderten. Diese Aufrüstung mündete nicht nur in einen langen entsetzlichen Krieg mit ungezählten Opfern auf beiden Seiten. Sie führte auch dazu, dass sich der Diktator Saddam im Jahr 1991 stark genug sah, in Kuweit einzumarschieren und sich damit auch gegen US-Interessen zu stellen. Wenigstens diese Lektion müsste Bush doch gelernt haben: Die Autokraten in den reichen Ölstaaten lassen sich nicht kommandieren wie einst die Putschgeneräle von Washingtons Gnaden in Lateinamerika. Ganz zu schweigen davon, was nach einem Umsturz mit den Waffen passiert.

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