Pressefreiheit

„Angriff auf die Meinungsfreiheit“: EU- und Nato-Mitglied Lettland will russischen Journalisten loswerden

Lettland will den Journalisten Leonid Ragozin zur Persona non grata erklären. Ein Gerichtsverfahren gibt es nicht, Kollegen sprechen von einem Angriff auf die Meinungsfreiheit.

7 Min
Lettlands Außenministerin Baiba Braže hat das Verfahren eingeleitet, um den russischen Journalisten Leonid Ragozin zur Persona non grata zu erklären.

Lettlands Außenministerin Baiba Braže hat das Verfahren eingeleitet, um den russischen Journalisten Leonid Ragozin zur Persona non grata zu erklären.

© LARS SCHRODER

Eine Mitteilung auf X hat das Leben des russischen Exil-Journalisten Leonid Ragozin zu Beginn der Woche auf den Kopf gestellt. „Unter Berücksichtigung der heute von den zuständigen Behörden erhaltenen Informationen und nach Gesprächen mit dem Ministerpräsidenten und dem Innenminister habe ich beschlossen, das Verfahren zur Aufnahme eines weiteren russischen Staatsbürgers in die lettische Liste der Personae non gratae einzuleiten“, schrieb Lettlands Außenministerin Baiba Braže am Dienstag. Einen Namen nannte sie da noch nicht.

Den lieferte kurz darauf das Portal Delfi. Es handle sich um den russischen Journalisten Leonid Ragozin. Politico bestätigte dies unter Berufung auf einen hochrangigen europäischen Beamten, der direkt mit dem Fall vertraut sei. Ragozin lebt seit 2014 in Lettland. Nach der Annexion der Krim hatte er in Riga eine Wohnung gekauft und eine befristete Aufenthaltserlaubnis erhalten.

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