„Berlin, meine Lieblingsstadt in ganz Europa!“ Die Begrüßung des Sängers von Death Cab for Cutie, Benjamin Gibbard, sorgt für Euphorie bei den Berliner Fans. Für viele Musiker ist das eine Methode, um die Stimmung aufzuheitern. Sie haben dann meistens ganz schön viele Lieblingsstädte. Ich kaufe es diesmal dem Sänger aber ab und lasse mich damit auf einen besonderen Donnerstagabend in der Columbiahalle ein.
Death Cab for Cutie sind eine amerikanische Indie-Rockband aus Seattle. Sie sind schon seit vielen Jahren aktiv. Ihr Debütalbum „Something About Airplanes“ erschien im Jahr 1998. Seitdem brachten sie elf weitere Studioalben heraus. Sie gelten als eine der meistbeachteten Indie-Bands der Nullerjahre.
Die Songs behandeln oft existenzielle Themen wie Liebe, Vergänglichkeit und Tod. Der Schöpfer der Songs und elementare Kreativkopf der Band ist der Frontmann Benjamin „Ben“ Gibbard.
Zwölf Alben in 28 Jahren
In diesem Jahr erschien ein weiteres Album der Band, das zwölfte bereits. Death Cab for Cutie wechselten die Plattenfirma, bevor sie „I Built You a Tower“ am 5. Juni 2026 schließlich veröffentlichten.
In der Columbiahalle versammelt sich eine interessante Menge von Menschen, um die Band zu sehen. Ein paar Emos, viele Väter – manchmal mit Mutter – und viele amerikanische Fans. Der Altersdurchschnitt liegt wahrscheinlich zwischen 30 und 40 Jahren. Es sind Fans, die mit der Band aufgewachsen sind. Über diese Zeit baut man leicht eine spezielle Verbindung auf. Death Cab for Cutie sind nun schon fast 30 Jahre aktiv.
Sie eröffnen ihr Set mit „Riptides“ energetisch. Sie spielen viele Songs von der neuesten Platte. Nach der „Mitsing-Skala“ sind einige Lieder jetzt schon zu Publikumsfavoriten geworden.
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Der Live-Sound der Band ist auf einem sehr hohen Niveau. Jedes Instrument klingt klar und scharf. Jede Note erklingt genau im Takt. Jede einzelne Saite der drei Gitarren ist dauerhaft perfekt gestimmt. Das soll sowohl als Lob für die Band verstanden werden als auch für den Sound Engineer oder die Person, die für den Klang in der Halle zuständig ist.
Mit ins Boot geholt
Ein Konzert von Death Cab for Cutie hält wohl immer ein paar sehr emotionale Momente bereit. Einer dieser Momente ist der Song „I Will Follow You Into the Dark“.
Die anderen Bandmitglieder gehen für den Song von der Bühne und nur Ben Gibbard mit seiner Gitarre bleibt. Er kündigt den Song humorvoll an: „Diese Band hat viele Lieder über den Tod – und nun ja, hier ist noch eins.“ Dann spielt er den Song, ohne den Refrain überhaupt singen zu müssen – das macht der Chor seiner Zuhörer für ihn.
Ich habe versucht, während des Konzerts einigermaßen unbeteiligt in der Ecke zu stehen. Das ist spätestens jetzt nicht mehr möglich. Ich kenne den Song zwar nicht, aber der Moment packt mich einfach – und den Text des Refrains habe ich schnell drauf.
Zugabe für die Lieblingsstadt
Die Band hat noch weitere Asse im Ärmel: Das achtminütige Stück „I Will Possess Your Heart“ baut sich episch auf und gipfelt darin, dass Gibbard einen Mikrofonständer über die ganze Bühne wirft.
Nach einem fulminanten Encore und einem Geburtstagsständchen für den Keyboarder und Gitarristen Zac Rae verabschiedet sich die Band mit dem melodramatischen Slowburner „Transatlanticism“. Ein Konzert, nach dem man Sänger Ben Gibbard auf jeden Fall abnimmt, dass Berlin seine Lieblingsstadt ist.
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