Zum 190-jährigen Bestehen der sächsischen Sekttradition gibt der Freistaat eine Sonderbriefmarke im Wert von 0,95 Euro heraus. Vorgestellt wurde die auf 1836 Exemplare limitierte Marke von Kultur- und Tourismusministerin Barbara Klepsch (CDU) gemeinsam mit Kellermeistern des Staatsweinguts Schloss Wackerbarth in Radebeul. Erhältlich ist die Edition ausschließlich im dortigen Weingutsmarkt.
Das Ministerium hob bei der Präsentation die wirtschaftliche Bedeutung des Weintourismus für Sachsen hervor. Rund 3,1 Millionen Übernachtungen jährlich seien dem Weinanbau zuzurechnen. „Während ihres Aufenthalts in der sächsischen Weinregion geben die Weintouristen knapp 300 Millionen Euro aus“, teilte das Ministerium mit. Die Ausgaben dieser Gäste lägen bei Übernachtungen 11 Prozent und bei Tagesgästen 55 Prozent über dem Durchschnitt aller Reisenden.
Wackerbarth unter den meistbesuchten Weingütern weltweit
Das Staatsweingut in Radebeul zählt laut dem „Global Wine Tourism Report 2025“ der Hochschule Geisenheim mit jährlich mehr als 240.000 Gästen zu den meistbesuchten Weingütern der Welt. Für die Studie hatten die Autoren nach Angaben des Ministeriums über 1310 Weingüter aus 47 Ländern befragt.
Französisches Fachwissen für sächsischen Schaumwein
Die Wurzeln der sächsischen Sektherstellung reichen ins Jahr 1836 zurück. Damals gründeten drei Winzer in Radebeul einen „Actienverein zur Fabrikation moussierender Weine“ und legten damit nach Angaben des Staatsweinguts den Grundstein für die erste Sektkellerei Sachsens sowie eine der ältesten Sektmanufakturen Europas. Der sächsische Weinanbau selbst kann auf eine 850-jährige Tradition zurückblicken.
Die Expertise für die Flaschengärung holten sich die Gründer aus Reims. Der erste Kellermeister, Johann Joseph Mouzon, brachte die klassische französische Methode nach Radebeul. Nach diesem Verfahren werden dort bis heute sächsische Trauben zu Schaumwein verarbeitet.
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