Der Schweizer Schokoladenhersteller Lindt & Sprüngli hat eine Zusammenarbeit mit den deutschen Lebensmitteldiscountern Aldi und Lidl abgelehnt. Der Unternehmenschef Adalbert Lechner sagte im Interview mit der Wochenzeitung Zeit: „Sonst enden wir bei immer mehr und stärkeren Sonderangeboten und entwerten unsere Marke.“
In Supermärkten erhalte Lindt „eine Premiumplatzierung, die der Marke Raum gibt“, sagte Lechner. Die Discounter verschleuderten die Produkte dagegen zum Tiefpreis. Lidl, Aldi Nord und Aldi Süd wollten sich auf Nachfrage nicht äußern.
Schokolade heute 77 Prozent teurer als noch 2020
Schokoladenhersteller wie Lindt & Sprüngli, Mondelez (Milka) oder Ritter Sport haben mit steigenden Rohkakaopreisen aufgrund schlechter Ernten zu kämpfen. Für Verbraucher hat dies spürbare Folgen: Schokolade ist deutlich teurer geworden. Für eine Tafel zahlten Kunden im Oktober dieses Jahres im Schnitt etwa 77 Prozent mehr als 2020. Laut Marktforschern wie YouGov wird deshalb weniger Schokolade gekauft.
"Last Christmas" spaltet Deutschland: Warum der Song Frust statt Freude auslöst
„Decolonizing Christmas“-Event vom Berliner Senat gefördert: Kultursenatorin äußert sich
Trotzdem hat Lindt & Sprüngli weiterhin Erfolge zu verzeichnen. Die sogenannte „Dubai-Schokolade“ mit Pistazie sei in Deutschland die „stärkste Tafelschokolade im Markt“. Obwohl sie für zehn Euro für 150 Gramm verkauft wird. Als nächste Erfindung soll Schokolade im „Tokyo-Style“ in die Läden kommen - mit Matcha. Dies soll zunächst mit 1000 Tafeln zu je 15 Euro getestet werden.
Zuletzt sind die Preise an den Rohstoffbörsen zwar wieder gesunken, liegen aber weiterhin vergleichsweise hoch. Lechner rechnet nicht damit, dass Schokolade bald wieder billiger wird. „Selbst wenn der Kakaopreis sinken sollte, erwarte ich nicht, dass die Preise für Schokolade sinken“, sagte er der „Zeit“.
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]