Im Ringen um das Lingnerschloss hat die zweite Bietergruppe ihr Angebot jetzt verbindlich gemacht. Die Fördergesellschaft Lingnerschloss gGmbH hat ihr Kaufangebot über 1,7 Millionen Euro für das Erbbaurecht notariell beurkunden lassen. Das wurde den Mitgliedern des Dresdner Stadtrates am Montag mitgeteilt.
Nach Angaben der Gruppe liegt das Angebot seit Montagvormittag beim Insolvenzverwalter des Fördervereins Lingnerschloss. Sollte der Stadtrat den bereits geschlossenen Vertrag mit den Investoren Thomas Bohn und Oliver Kreider ablehnen, könne der Insolvenzverwalter das konkurrierende Angebot nach Darstellung der Fördergesellschaft unmittelbar annehmen. Auch dieses Angebot steht allerdings unter der Bedingung, dass der Dresdner Stadtrat der Übertragung zustimmt.
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Dresden soll Erbbaurecht später zurückholen können
Bohn und Kreider hatten bereits Ende Juni einen notariellen Vertrag über die Übernahme des noch 44 Jahre laufenden Erbbaurechts geschlossen. Sie bieten dafür 1,65 Millionen Euro. Die konkurrierende Fördergesellschaft liegt mit ihrem Angebot damit nominell 50.000 Euro höher. Zusätzlich bietet die Fördergesellschaft der Stadt ein Ankaufrecht auf das Erbbaurecht an.
Nach dem vorliegenden Vorschlag könnte Dresden dieses Recht fünf Jahre nach Abschluss eines Kaufvertrages zwischen Insolvenzverwaltung und Fördergesellschaft ausüben. Nach der Ausübung soll das Erbbaurecht mit einer Frist von drei Jahren an die Landeshauptstadt übergehen.
Als Kaufpreis wären 1,7 Millionen Euro zuzüglich Nebenerwerbskosten vorgesehen. Nach dem Angebot soll diese Summe unabhängig davon gelten, wie viel die Fördergesellschaft zwischenzeitlich in die Sanierung investiert hat oder wie sich die Inflation entwickelt.
Konkurrenzangebot erhöht den Druck auf den Stadtrat
Die Gruppe will Dresden damit nach eigener Darstellung ermöglichen, das Erbbaurecht später zu festen Konditionen zurückzuholen, falls die Stadt mit der Umsetzung des Nutzungskonzeptes nicht zufrieden sein sollte. In dem Schreiben an die Stadträte, das der OAZ vorliegt, heißt es, dass die Gemeinnützigkeit und die tägliche Nutzbarkeit des Lingnerschlosses mit Veranstaltungsräumen, Außengelände, Gastronomie und Veranstaltungen für die Dresdner Bevölkerung im Mittelpunkt stehen sollten.
Das Ankaufrecht soll bei Zustimmung zum Kaufangebot separat zwischen der Landeshauptstadt und der Fördergesellschaft ausgearbeitet und vertraglich vereinbart werden. Damit steigt wenige Tage vor der Entscheidung am 3. September der Druck auf den Stadtrat. Mit dem nun notariell beurkundeten Konkurrenzangebot liegt nach Darstellung der Fördergesellschaft auch eine konkrete Alternative für den Fall vor, dass der Vertrag mit Bohn und Kreider keine Mehrheit findet.
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